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Ein Weblog von SWR2 Wissen und SWR International.
In einem Naturpark nahe der Hauptstadt Mexikos bieten Indianer einen ganz speziellen Nervenkitzel: eine Nachtwanderung, die die illegale Einwanderung in die USA simuliert. Man kriecht durch Tunnel, unter Stacheldraht durch, watet hüfttief durch Wasser, oft mit der Sirene der “Border Patrol” im Nacken. Die Indianer wissen, was sie tun; fast alle haben schon mehrmals die reale Grenze überwunden.
„Rapido, schnell“ - das wird Jesús noch oft rufen in dieser Nacht. Schon in den den ersten Minuten macht der Schlepper uns klar: so ein illegaler Grenzübertritt ist kein Spaziergang für verweichlichte Großstädter, auch in der Simulation nicht.
„Los los, bewegt euch.” Wir, die Illegalen für eine Nacht, werden auf Trab gehalten, hetzen glitschige Abhänge runter, kriechen unter Zäunen durch, waten durch knietiefe Kanäle, suchen Deckung im Gestrüpp oder flach im Matsch liegend.
„Geht nicht durch den Fluß, denkt dran, die Familie wartet auf euch“, werden wir gewarnt. Zu Recht, etwa 500 Menschen sterben Jahr für Jahr bei dem Versuch, die Grenze gen Norden zu überwinden Sie ertrinken im Rio Grande, verdursten in der Wüste Arizonas, werden ermordet oder hilflos zurückgelassen.
Unsere Grenzerfahrung wird immer beklemmender. Die Sirene der Border Patrol geht auf die Nerven, der Verfolgungsdruck nimmt zu. Wie schlecht muss es den Migranten zu hause gehen, die das für einen lausigen 5-Dollar-Job auf sich nehmen. Dabei ihr Leben riskieren, und nicht nur eine Erkältung wie wir. Unsere Teilnehmerkarte kostete 12 Euro, die Ärmsten der Armen müssen den Koyoten, den Schleppern, das hundertfache hinblättern: 1.200 Euro. Aber ohne Orts- und Grenzpolizei-Kundige hätte man keine Chance, das wird uns in dieser Nacht deutlich vor Augen geführt - Festnahme inklusive.
So enden jährlich zehntausende Versuche, rüberzukommen. Aber: eine halbe Million Mexikaner und Mittelamerikaner kommen durch, Jahr für Jahr. Jesús, unser maskierter Schlepper, ist selbst mehrmals in den Norden gegangen - wie die meisten seiner Stammesbrüder. 90% der Hñahñu-Indianer arbeiteten mindestens einmal in den USA. Jetzt schaffen sie sich mit dem Naturpark Eco-Alberto und dem fiktiven Grenzgang eine Alternative. Immerhin 70 Personen machen diese Nachtarbeit.
Es kamen mal Antropologen und sagten, Mensch, ihr seid doch harte Typen, ein tausendjähriges Volk, habt die Unterdrückung durch die Azteken ausgehalten. Und wir merkten, ja, wir sind sehr stur und hartnäckig, können unter schlimmsten Bedingungen überleben, können 20 Stunden am Tag arbeiten. Und dann verpflichteten wir uns, alle acht Jahre 12 Monate lang ohne Bezahlung für die Gemeinschaft zu arbeiten. Vorher waren wir ziemlich schlaff, lethargisch, aber jetzt sehen wir, dass man arbeiten und sich organisieren muss, zu seinem Wort stehen.
Deshalb kehren sie immer wieder heim nach El Alberto, in dem auffällig viel gebaut wird: Dollar-Häuschen. Dabei ist es ruhig im Ort, noch arbeiten zwei Drittel der 2.200 Hñahñus in den USA, Tendenz abnehmend.Eine Gruppe Teenager ist mit uns unterwegs in dieser Regennacht, ihre anfängliche Klassenfahrt-Stimmung ist schnell in Erregung und Nachdenklichkeit umgeschlagen. Vor einer Hängebrücke, die wackelig den Gang über den Fluß in die USA symbolisiert, bleibt der 15-jährige Byron Cruz unvermittelt stehen. „Ich gehe nicht rüber, murmelt er, lieber mache ich hier in Mexiko einen guten Schulabschluss.”
Ich bin Mexikaner und stolz darauf. Ich möchte es in meinem Land zu etwas bringen. Hätte ich eine Familie ich würde sie nie verlassen, ich würde nie meine Kinder alleine zurücklassen.
Und als er dann seine Geschichte erzählt, wird klar, warum er so ernsthaft ist. Die brutale Realität bricht in unsere Simulation hinein. Als Byron 9 Jahre alt war, ging seine Mutter in die USA, seitdem haben er und seine drei Schwestern nichts mehr von ihr gesehen aus den Dollars, die sie monatlich schickt. Ein Jahr später, 2002, war auch Byrons Vater eines Tages wortlos verschwunden, illegal überwandt er die Grenze, illegal lebt er noch immer mit seiner Frau in Arizona. Byron wächst bei einer Tante auf.
Als Kind dachte ich mir “Mensch hier gibt es soviel zu tun, warum musste er rüber”. Aber was sollte ich machen? Jetzt kann ich nur danken, dass Papa mir so eine gute Ausbildung bezahlt.
heute Nacht ist in mir ist so´ne Traurigkeit hochgekommen, obwohl ich gerade mal einen Bruchteil davon erlebt habe, was mein Vater durchgemachte. Und dann sagt ich mir:
Mann, du musst verantwortungsbewußter sein, in der Schule dein Bestes geben“. Meine Kinder sollen nicht so leiden wie ich, ich möchte sehen, wie sie aufwachsen.
Den lebensgefährlichen Weg seines Vaters, illegal über die Grenze, will Byron nicht gehen. Da ist er sich jetzt noch sicherer, nach diesen fünf Stunden in den Bergen der Hñahñu-Indianer.
Ein sehr interessanter Bericht, schön hautnah, über eine sehr interessante Erfahrung - eine Nacht “aus Spass” etwas erleben, was für viele der Mexikaner Realität ist. Sehr authentisch, durch viele interessante O-Töne aus der Sitation. Spannend!
Ich habe eben Ihren Artikel über das jamaikanische Wunder gelesen. Leider kann ich Ihren Schlußfolgerungen nicht zustimmen und finde sie grob ahistorisch. Zwar ist bekannt, dass die Sklaven selektiert wurden, aber eine langfristige Wirkung bedarf eines weit längeren Zeitraumes. Sie scheinen vergessen zu haben, dass es diese Formen der Selektion schon weitaus früher gab und Sklaverei in dieser Form schon Jahrhunderte zuvor in Europa gepflegt wurde. Unsere bequeme Lebensart mag uns Heutige die Entbehrungen unserer Vorfahren vergessen machen, aber es obliegt Ihrer Verantwortung als Journalist kritisch das Material auf etwaige Gedankenfehler zu prüfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Slótr Weizman
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Новый способ давления на кандидата на пост Главы г. Химки
Новый способ “наказать” тех, кто посмел участвовать в выборной кампании не на стороне действующей власти изобрели правоохранительные органы г.о. Химки.
Руководствуясь не нормой закона, а чьей-то “волей” сотрудники милиции решили “проверить” все фирмы, внесшие денежные средства в избирательный фонд неудобных кандидатов.
Начались “проверки” с телефонных звонков - где директор, сколько человек работает на фирме. После чего последовали “письма счастья” с просьбой предоставить всю бухгалтерскую документацию, учредительные документы фирмы, и даже, план экспликации БТИ.
Такие запросы химкинским фирмам рассылает 1 отдел Оперативно-розыскной части № 9 Управления по налоговым преступлениям ГУВД Московской области за подписью начальника подполковника милиции Д.В. Языкова.
И всё это в то время, когда Президент дал прямое указание правоохранительным органам о прекращении всех незаконных проверок малого и среднего бизнеса. С это целью внесены изменения в Федеральный закон “О милиции” - из статьи 11 этого закона исключены пункты 25 и 35, на основании которых ранее правоохранительные органы имели право проверять финансово-хозяйственную деятельность предприятий.
Видно, об изменениях действующего законодательства местные правоохранительные органы не уведомлены. И не смотрят телепередачи с выступлениями Президента.
Может быть, эта публикация подвигнет их к исполнению указаний Президента, а также к изучению и соблюдению действующего законодательства
Hey Everbody
I just joined this forum.
Great job forum crew!
Just recently I read that there is a cure for diabetes on www.healthcaredaily.org
Is this way of curing diabetes mentioned actually true, If so I should have found out earlier! The website www.healthcaredaily.org looks legit
Has anyone tried beating diabetes this way?
Thanks
Ambumsnib
Film online
‘Wie schlecht muss es den Migranten zu hause gehen, die das für einen lausigen 5-Dollar-Job auf sich nehmen’
Diese Frage hätte Sie als ‘Journalist’ ja mal nachgehen können - oder sollte das der Leser machen?
Vielleicht war es lediglich rhetorisch. Oder eigentlich geben Sie ja indirekt ein Teil der Antwort: wer 1.200 Euro für die ‘Schlepper’ bezahlt, kann wohl nicht so arm sein,oder auch die Verwandschaft - allerdings wie lang muss man einen 5-dollar Job machen um sich eine solche Summe zu ersparen?
Und ‘Als Kind dachte ich mir “Mensch hier gibt es soviel zu tun, warum musste er rüber”. Aber was sollte ich machen?’ Warum ist der Vater den ‘rübergegangen’ ? Warum ‘musste er ‘ ?
Nach Ihrem Artikel gab es in der Heimat ’soviel zu tun’ - jene die ‘rüber ‘ musten habe schlappe ‘1.200 Euro’ aufgebracht und ‘in der Schule dein Bestes geben’ hat man also eine Zukunft im eigenen Land.
Warum also in die USA ???
Wenn Sie sich mal diese Frage gestellt hätten(Mexiko-Experte…?), wären Sie vielleicht darauf gekommen, weil …
die USA das Paradis auf Erden ist ! So denken jedenfalls alljene die ‘rüber machen’… und wenn man die deutsche Presse liest, dann ist Mexiko Drgenhandel, Korruption, Armut, Schweingippe und noch ein bisschen Folklore - da würde ich wohl auch auswandern.
Vielen Dank für ihren erhellenden Beitrag!