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	<title>Fremde Heimat - Migration weltweit</title>
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	<description>Reporter aus aller Welt berichten über die Erlebnisse und Erfahrungen von Migranten. Ein Hörfunk- und Internetprojekt von SWR2 Wissen und SWR International mit Foto- und Tonmaterial.</description>
	<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 10:53:44 +0000</pubDate>
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		<title>Binnenmigration in Mexiko - Schuften im Urlaubsparadies</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 10:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Deselaers</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Mexiko</category>
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		<itunes:summary>Die mexikanische Riviera Maya ist ein gut 100 Kilometer langer Küstenstreifen am karibischen Meer. Weißer Sandstrand, Palmen, türkisblaues Wasser. Weil jedes Jahr mehr Touristen kommen, müssen neue Hotelzimmer gebaut werden, vor allem in All-Inclusive-Luxus-Resorts. Hotelindustrie und lokale Politiker wollen, dass sich die Anzahl der Hotelzimmer verdoppelt. Und zwar möglichst schnell.
Im vergangenen Jahr haben die Tourismus-Unternehmen im Bundesstaat Quintana Roo eine Milliarde US-Dollar investiert. Das Geld kam zu 92 Prozent aus Spanien.

Eine Studie im Auftrag der katholischen Hilfsorganisation Caritas schätzt, dass es auf den Baustellen der Hotelanlagen in den nächsten fünf Jahren eine viertel Millionen Jobangebote geben wird.
Die Arbeiter aus Chiapas sind bei den Bauherren sehr beliebt, das sind gute Menschen, sehr respektvoll und fleißig.


10 bis 12 Stunden arbeiten sie pro Tag, sagt Alejandro de Hoyos Yañiz. Er ist Leiter der Caritas in Quintana Roo, dem Bundesstaat, in dem die Ferienziele Cancún und Playa del Carmen liegen. Chiapas ist Mexikos ärmster Bundesstaat. Ungefähr einen Tag sind die Migranten im Bus aus dem Südwesten des Landes unterwegs. Sie kommen immer wieder, pendeln zwischen ihrer Heimat und der Arbeit hin und her.
In unserem Dorf gibt es einfach keine Möglichkeit voranzukommen, deshalb müssen wir weg gehen.

Wir hoffen, dass wir hier etwas Gutes leisten können, Geld an unsere Familien schicken können, aber im Grunde kommen wir hierher um zu leiden.

Für uns ist es eine Chance, dass wir auf die Arbeitskraft der Menschen aus Chiapas zurückgreifen können, und für sie ist es eine Chance, Arbeit relativ nah an ihrer Heimat zu finden.
Doch die Region sei nicht in der Lage, den Bauarbeitern würdige Lebensbedingungen anzubieten, sagt Caritas-Chef de Hoyos.

Meistens schlafen die Arbeiter auf den Baustellen der Hotels. Bei größeren Projekten werden Lager für die Arbeiter aufgestellt. Wellblech-Hütten, in denen 100 Männer in Hängematten schlafen. Eine Armlänge Abstand zum Nebenmann.
Manchmal schlafen wir auf der Straße, und es gibt einen Park, dort quetschen wir uns dann mit vielen anderen rein, wenn es sonst keinen Platz gibt.
Auch Caralampio Santiago Velazco kommt aus Chiapas. Er arbeitet auf einer Baustelle in Playa del Carmen, rund 80 Kilometer südlich von Cancún. 4 Monate will er bleiben, dann geht er zurück, seine jüngste Tochter kommt dann in die Schule.

In der Flaniermeile von Playa del Carmen hängen an jeder Straßenecke Werbeplakate von Immobilienmaklern. Eine Eigentumswohnung in Laufweite zum Strand: 250.000 US-Dollar, eine Villa direkt am Meer: 3,5 Millionen US-Dollar.
Uns aus Chiapas betrachten sie hier oft als Verbrecher. Wenn du schlecht angezogen auf die Straße gehst, dann tut die Polizei sofort, als ob du ein Dieb wärst, auch wenn du keiner bist. Manche Menschen schenken dir schon ein Lächeln, sind freundlich, aber andere überhaupt nicht. Die sagen dann: Du stinkst, geh zur Seite.
Vor der Einsamkeit flüchten sich die Arbeiter manchmal zu Drogen, Alkohol oder zu Prostituierten. Einige bringen dann nicht nur Geld mit nach Hause zu ihrer Familie, sondern auch Krankheiten wie AIDS.
Wenn ich sehr einsam bin, fahre ich lieber für eine oder zwei Wochen zu meiner Familie zurück, und dann komme ich wieder. Danach fühle ich mich nicht mehr so einsam.
In einer Woche verdient Santiago in etwa das, was später eine Übernachtung in den Hotelzimmern kostet, die er baut – 2000 Pesos, knapp 200 Dollar. Jeden Peso, den er für Miete, für Essen oder für seine Freizeit ausgibt, kann er nicht an seine Familie schicken. Doch Essen ist teuer im Touristenparadies, und jede Überweisung kostet fast 20 Dollar Gebühren. Am Ende kommen bei seiner Familie jede Woche 50 bis 60 Dollar an.
Wir verlassen unser Zuhause, weil wir gerne was Gutes machen wollen, damit unsere Kinder nicht mehr das Gleiche erleben müssen wie wir.
(Die Reportage ist im Rahmen e</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Allgemein, Mexiko</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Migranten und Konsum - Im Regal t&#252;rkische Zuckerwatte</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 10:45:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Deselaers</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Deutschland</category>
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		<itunes:summary>In deutschen Supermärkten stehen schon seit Jahren viele exotische Waren: Zitrusfrüchte aus China, italienische Tiefkühlpizzen und griechisches Zaziki. Was für den einen Gaumen exotisch schmeckt, fühlt sich in anderen Mündern nach Heimat an. Mehr als 15 Millionen Menschen in Deutschland sind eingewandert oder haben ausländische Eltern. Für diese Menschen ist die Suche nach den Zutaten für ihr Lieblingsrezept jedoch oft nicht mit einem Gang in den normalen Supermarkt erledigt.
Zum Beispiel Tomatenmark soll bei uns ein bisschen dicker und saftig sein, aber bei Deutschen ist das anders. Es ist ein bisschen flüssiger als wir das Tomatenmark haben.
Mustafa Kizilgedik kennt den besonderen Geschmack seiner Landsleute. Er leitet einen türkischen Supermarkt in Berlin-Neukölln.

Samstag morgen: Alle vier Kassen sind geöffnet, am Ende der Fließbänder werden die Einkäufe den Kunden zügig in dünne, orangene Plastiktüten gepackt. Trotzdem reicht die Schlange der Kunden einige Meter in den Laden hinein und zieht sich zwischen 5-Kilo-Säcken Reis und getrockneten Kichererbsen in Richtung Kühlregal.
Sind ungefähr 60 Prozent türkisch, 20 Prozent gemischt, arabische,  jugoslawische Kunden, ungefähr 10 bis 15 Prozent deutsche Kunden haben wir hier.
Sie kaufen vor allem die Produkte, die sie nur in den türkischen Läden bekommen. Auf vielen der Produkte steht "Made in Germany". Sie werden von deutsch-türkischen Firmen hergestellt und vertrieben. Insgesamt verkaufen die türkischen Einzelhändler, die sogenannten Onkel-Mehmet-Läden, jedes Jahr Waren für rund 10 Milliarden Euro.
Zum Beispiel Seidenhelwa nennen wir das, Pismaye. Das bekommt man in deutschen Geschäften nicht. Das ist süß, das gibt es einmal mit Kakao- und mit Vanillegeschmack.
Melis Kösedag, Mitarbeiterin des Supermarkts, hält eine Pappschachtel in der Hand, in der weiße und braune Zuckerwatte-Bällchen liegen.
Einfach Luft aus der Heimat, sozusagen. Es gibt im Moment hier in Deutschland nichts, was es in der Türkei gibt und hier nicht. Es ist einfach alles da. ... Man hat einfach nicht mehr Sehnsucht nach der Heimat. Gefällt uns.
Knapp jeder fünfte Einwohner Deutschlands ist ausländischer Herkunft, ist also entweder selbst zugewandert oder Kind von Migranten.

Den speziellen Geschmack und die besonderen Bedürfnisse der Einwanderer wollen nun auch zunehmend die großen "deutschen" Discounter bedienen. Die Supermarktketten bieten beispielsweise immer wieder in Sonderaktionen türkische Produkte an. Aber auch im dauerhaften Sortiment tauchen verstärkt Produkte auf, die speziell Migranten ansprechen.Die Rewe-Gruppe überlässt die Auswahl solcher Produkte den einzelnen Märkten, sagt Pressesprecher Wolfram Schmuck:
Und wenn wir eine spezielle Zielgruppe haben, beispielsweise Bevökerungsgruppen aus Russland, aus Italien, aus der Türkei, Griechen, wo immer sie herkommen, die auch einen speziellen Geschmack haben und bestimmte Produkte auch benötigen, werden wir uns vor Ort in diesem Markt immer bemühen, uns mit unserem Angebot darauf einzustellen.
So gebe es in Frankfurt am Main ein größeres Angebot an indischen Produkten, in Hannover stünden wegen der großen Zahl türkischer Kunden entsprechende Waren im Regal. In Köln liegt der Fokus auf italienischen Einwanderern.

Onno Hoffmeister von der Universität Hamburg hat sich wissenschaftlich mit Migration und Konsum befasst. Integration und eigene Konsumgewohnheiten sind kein Widerspruch, sagt er.
Wenn die russischsprachigen Migranten in Deutschland sich sehr stark vernetzen mit anderen russischsprachigen Migranten, dann können sie sich leichter in die Gastgesellschaft integrieren. Das würde dafür sprechen, dass auch sehr gut integrierte Migranten weiterhin den Pelmeni gerne essen.
Zu Melis Kösedag in den Berliner Supermarkt kommen viele Kunden auch aus religiösen Gründen. Vor allem an die Fleischtheke. Wegen eines kleinen grünen Logos mit arabischer Schrift:
Die wollen</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Allgemein, Deutschland</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Das Rentnerparadies San Miguel in Mexiko</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 14:49:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Less</dc:creator>
		
	<category>USA</category>
	<category>Mexiko</category>
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		<itunes:subtitle>30 Millionen Mexikaner leben in den USA, legal oder illegal, um Geld zu verdienen und nach Hause zu schicken. (Dieses Geld ist das zweitgrößte Einkommen ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>30 Millionen Mexikaner leben in den USA, legal oder illegal, um Geld zu verdienen und nach Hause zu schicken. (Dieses Geld ist das zweitgrößte Einkommen des Landes nach dem Erdöl.) Sie gehen in den Norden, setzen ihr Leben aufs Spiel, um sich eine Zukunft zu sichern.
Aber es gibt auch eine umgekehrte Migration. US-Amerikaner, die raus wollen aus ihrem Land und ihre Zukunft in Mexiko sehen.
Als Ziel haben sie sich ausgerechnet die Wiege der mexikanischen Unabhängigkeit ausgesucht – San Miguel wurde nach dem Unabhängigkeitskämpfer Ignacio Allende benannt.



Willie Nelson besingt einen amerikanischen Traum – die Auswanderung nach Mexiko.
Zum Beispiel nach San Miguel de Allende: das liegt vier Autostunden nördlich von Mexiko Stadt, zwischen staubigen Straßen und heruntergekommenen Barackensiedlungen.
Das Stadtzentrum ist herausgeputzt, die Fassaden sind rot, gelb und ocker angestrichen. Von Balkonen herunter wuchern in leuchtendem Pink Blütenbüsche. Die engen Gassen mit Kopfsteinpflaster sind sauber, Polizisten stehen an jeder Ecke.
Bonnie Philipps trägt ein sonnengelbes, weites Leinenkleid mit mexikanischen Stickereien, große Ethno-Ohrringe und eine passende Kette aus Holz. Sie ist seit zehn Jahren hier und will nicht mehr zurück. 
In den USA bist Du unsichtbar, es ist einfach alles zu groß. Gerade wenn Du älter wirst, spielst Du in der amerikanischen Ellbogengesellschaft keine Rolle mehr. Es gab mal den amerikanischen Traum, aber den kann man dort nicht mehr leben: Es wird alles immer schwieriger dort.
Bonnie ist eine von mindestens 4000 Ex-Pats: US-Auswanderern, die dauerhaft in San Miguel leben. Andere verbringen nur die Wintermonate hier. Dazu kommen noch die Touristen. Sie alle fliegen auf die Kleinstadt mit knapp 80 000 mexikanischen Einwohnern.
Bonnie ist 64 Jahre alt und hat sich hier neu erfunden. Über ihren früheren Beruf möchte sie nicht sprechen.
Ich bin abstrakte Malerin! Als ich hier herkam, war ich nur eine von zwei abstrakten Malerinnen. Jetzt sind wir viele. Ich habe eine Galerie aufgemacht, designe Kleidung, entwerfe Schmuck! Hier ist alles möglich! Egal was Du tun willst oder wer Du sein willst, hier kannst Du es! Ich hab vor 6 Jahren angefangen zu tanzen – jetzt sehe ich mich als Tänzerin!
Bonnie Philipps Bilder – Acryl auf Leinwand, Kleckse mit Goldplättchen, heißen zum Beispiel „Feuerwerk in San Miguel“ – und kosten ab 800 Euro aufwärts.

Das Stadtbild von San Miguel ist geprägt durch weiße Haare. Die meisten Auswanderer sind Rentner. Sie sitzen in Cafés, auf Bänken, spazieren durch die Straßen, begrüßen sich gegenseitig mit „Hola“. Oft können sie aber kaum mehr Spanisch als das.
Catherine Wilder ist seit sechs Jahren hier und 63 Jahre alt. Manchmal arbeitet sie noch als Psychotherapeutin. Sie hat kurze weiße Haare und einen Nasenring, trägt eine fliederfarbene Weste aus grobem Flies. Ihre hellblauen Augen reißt sie immer wieder zur Bestätigung des Gesagten auf. Sie mag ihre mexikanischen Nachbarn – kann sich aber nicht mit ihnen unterhalten. 
Ich hab es so oft mit Spanisch-Unterricht versucht, und ich glaub ich krieg das einfach nicht mehr hin. Aber was soll´s! Ich meine: Wenn ich was nicht kaufen kann, weil die mich nicht verstehen, dann ist das eben so, und wenn die mir was nicht reparieren, weil sie kein Englisch können, dann sterbe ich da auch nicht dran. Ich lerne daraus einfach, dass es nicht wie in den USA ist, wo man immer alles sofort geregelt bekommt.
Oft werden die Mexikaner von San Miguel als das wahrgenommen, was sie in den USA auch sind: Dienstleister. Freundschaften sind selten, die Auswanderer bleiben lieber unter sich, sagt Barkeeper Paco.

In San Miguel de Allende ist das Zusammenleben mit den Amerikanern auf den ersten Blick gut. Sie haben gute Umgangsformen und sind höflich. Aber nur sehr wenige würden zulassen, dass wir ihre Freunde werden. Die ziehen da eine klare Grenze. Und wir haben auch unsere Vorbeh</itunes:summary>
		<itunes:keywords>USA, Mexiko</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Ausgewandert – Deutsche in der Arktis</title>
		<link>http://migrationsblog.swr.de/2008/02/26/ausgewandert-deutsche-in-der-arktis/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 10:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Buttler</dc:creator>
		
	<category>Kanada</category>
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		<itunes:summary>Das orangefarbene Armband von der WM in Deutschland am Handgelenk serviert Trudy Marks Salat und Steak im Eskimo Inn in Inuvik. Einem kanadischen 3500-Seelen-Ort, der sowas wie das Zentrum in der Westarktis nördlich des Polarkreises ist. Die Frau mit den kurzen roten Haaren und dem freundlichen Lächeln ist dank des Jobs ihres Mannes hier gelandet:
Und dann hatte der die Möglichkeit, nach Inuvik zu kommen, und dann hab ich gesagt, o.k., aber nur für 3 Jahre – das war 1983.
Der Zufall hat die Wuppertalerin in die Arktis gebracht – genauso wie Noel Zimmermann. Die 27-Jährige sitzt an der Rezeption des größten Hotels im Ort. In Deutschland hat die gelernte Mediengestalterin keinen Job gefunden und ist mit einem Work  Travel Visum nach Kanada gegangen:   
Ich hab mich im Internet umgesehen nach Jobs und hab mich hier beworben, ohne zu wissen, wo der Ort eigentlich liegt, und dann haben die mich auch ganz schnell angerufen, und dann erst habe ich auf die Landkarte geguckt.
Nach eineinhalb Jahren am oberen Ende der Erde fühlt sie sich bei minus 20, minus 30 Grad mitten im endlosen Weiss pudelwohl, hat einen Freund und auch deshalb ihr Visum nochmal verlängert – auch wenn das Leben hier wirklich komplett anders ist als in Trier, wo sie ursprünglich herkommt:Man hat den Sommer mit 6 Wochen konstanten Sonnenschein, man hat den Winter mit 4 Wochen Dunkelheit und kalten Temperaturen. Man geht ins Geschäft und kann nicht alles kaufen, was man möchte, weil der Highway gerade geschlossen ist. Im Supermarkt kostet ein Liter Milch auch mal 5 Dollar oder eine Wassermelone 45. Die Preise toppen sogar noch London und New York. Denn die Lebensmittel müssen alle in die Arktis eingeflogen werden und das kostet. Wenn sie zur Zeit morgens aufsteht, ist es noch dunkel – die Sonne geht erst langsam gegen 11 Uhr vormittags auf und verschwindet nach ein paar Stunden schon wieder. Freizeit, die wird hier trotz eisigen Temperaturen oft genug draußen verbracht – Schlittenfahren entweder auf dem eigenen Schlitten oder mit Hunden davor gespannt. Noel ist inzwischen abgehärtet:   
Also kann man schon bei –20 Grad einen guten Spaziergang machen, das ist kein Problem.
Trudy Marks lebt auch in Inuvik immer noch ein bisschen Deutschland, fliegt regelmäßig zurück:
Ich hab immer mein deutsches Radio am Computer, meine Videos, meine Musik. Wie man auch sagt, wenn man zwischen einer Mutter und dem Baby die Nabelschnur nicht zerschnitten hat.
Noel hingegen hat die Nabelschnur schnell gekappt, sich mit der Arktis angefreundet und will eigentlich nicht mehr zurueck nach Deutschland. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt und auch die Mentalität in ihrem Heimatland reizen sie nicht wirklich. Ob sie für immer nördlich des Polarkreises bleiben will, ist für die Frau mit den blonden langen Haaren noch nicht klar – aber eine Möglichkeit.
Wenn ich eine Nuvik werde, werde ich eine Nuvik, dann ist das schon gut so.
Wenn’s nach Noel geht, war das ein One-Way-Ticket nach Kanada mit Besuchsoption. Denn außer ihren Freunden und ihrer Familie fehlen ihr in der Arktis höchstens deutsches Brot und Teilchen.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Kanada</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Einwandererland Luxemburg</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Aug 2007 14:46:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Elsen</dc:creator>
		
	<category>Luxemburg</category>
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		<itunes:subtitle>Luxemburger sind eine Rarität auf dieser Welt – und in ihrem eigenen Land. Denn nur 280.000 der insgesamt 460.000 Einwohner des Großherzogtums haben einen luxemburgischen ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Luxemburger sind eine Rarität auf dieser Welt – und in ihrem eigenen Land. Denn nur 280.000 der insgesamt 460.000 Einwohner des Großherzogtums haben einen luxemburgischen Pass. Die restlichen Einwohner sind eingewandert. Die Ausländer-Quote in Luxemburg ist mit 40 Prozent die höchste in ganz Europa. Dank der ausländischen Fachkräfte gehört das Land zu den wohlhabendsten der Welt. Mit ihrer Hilfe bauten die Luxemburger im vergangenen Jahrhundert die Stahlindustrie auf; heute boomt hier der Finanzsektor. Davon profitieren nicht nur die Luxemburger, sondern auch Berufspendler aus den Nachbarländern und Einwanderer, die mittlerweile überall auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt tätig sind. So auch die Eltern von Alex Teotonio.

 


Mein Vater war Mechaniker, meine Mutter war Putzfrau. Es war so, dass es durch den wirtschaftlichen Aufschwung in Luxemburg sehr gute Arbeitsbedingungen gab, Anfang der 70er Jahre. Und das hat sich in Portugal über Freunde oder die Familie rumgesprochen. So dass viele Leute aus unserer Region in Portugal beschlossen haben, nach Luxemburg auszuwandern.  
 

 So wie Alex Teotonio ging es in den 70er und 80er Jahren vielen Portugiesen. Die Bewohner ganzer Dörfer zogen nach Luxemburg. Heute stammen fast 40 Prozent der Einwanderer aus den armen Regionen Portugals. Obwohl die meisten von ihnen nur eine kurze Etappe in Luxemburg einlegen wollten, sind viele geblieben. Auch die Eltern von Alex Teotonio, der heute die luxemburgische Staatsbürgerschaft hat und bei einer Gewerkschaft arbeitet:               
Meine Eltern verfolgten den Plan, dass wir irgendwann zurückfahren. Wie die meisten Portugiesen bauten sie ein Haus in Portugal und verfolgten den Traum, irgendwann zurückzukehren. Deshalb mussten die Kinder in die portugiesische Schule. Ich habe bis zum achten Schuljahr in meiner Freizeit Portugiesisch-Kurse gehabt. Während die anderen Sport oder Musik studierten, musste ich zur portugiesischen Schule gehen. Ich war immer einer der besten und trotzdem kann man sagen, dass ich unterging wie die Titanic in Portugal, wenn es um Portugiesisch ging oder um alle möglichen Stoffe, die auf Portugiesisch abgehalten wurden. Da hatte ich keine Chance mit dem Rhythmus nachzukommen.
Als Alex Teotonio 15 Jahre alt war, ging die Familie zurück nach Portugal. Doch das ging schief: Während ihre Kinder vor allem mit sprachlichen Hürden zu kämpfen hatten, bekamen die Eltern finanzielle Schwierigkeiten. Die Familie beschloss, zurück nach Luxemburg zu kehren. Auch, weil Portugal nach der langen Zeit im Ausland, nicht mehr die Heimat von einst war: 
Natürlich wird man nicht ohne weiteres da unten akzeptiert, weil man doch immer anders ist. Man ist anders hier in Luxemburg als Luxemburger und man ist anders als Portugiese in Portugal. Irgendwie fühlt man sich nirgends zu Hause. Ich fühle mich persönlich hier in Luxemburg eher zu Hause als in Portugal oder irgendwo sonst auf der Welt. 
 

Auch Paolo Lobo kam als Kind mit seinen Eltern aus Portugal nach Luxemburg. Er arbeitet als Fotograf in einem Vorort von Luxemburg Stadt. In seiner Freizeit fotografiert er seine Landsleute. Lobo interessiert, wie die portugiesischen Einwanderer in Luxemburg Fuß fassen und trotzdem ihre Identität bewahren. Dabei hat er kleine Einwanderer-Inseln entdeckt. Bei einem Spaziergang durch das Bahnhofsviertel in Luxemburg Stadt erzählt er von diesen Orten:


Mir ist bei den Portugiesen aufgefallen, dass sie versuchen, auf diesen Inseln ein portugiesisches Umfeld zu schaffen, etwas, das dem sehr ähnlich ist, was man in Portugal zurück gelassen hat. Und so finden Sie wieder hergestellte Umgebungen, vor allem in den kleinen Läden, in denen ich war…
Wenn die Portugiesen an diesen Orten sind, in diesen Cafes und Läden, dann haben sie eine sehr lebhafte Art, miteinander zu reden. Ihre Art zu Lachen, zu Schreien… das sind Orte voller Leben und Menschlichkeit.
Wir sind da...: Brasserie </itunes:summary>
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		<title>Das Entwicklungspotential der Ruandischen Diaspora</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jul 2007 11:49:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Oppermann</dc:creator>
		
	<category>Deutschland</category>
	<category>Ruanda</category>
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		<itunes:summary>Sechs Millionen Ruander leben außerhalb ihres Heimatlandes – genauso viele, wie im Land selbst. Die meisten wohnen im französischsprachigen Kanada und in Belgien, dem Land des ehemaligen Kolonialherren. Viele sind auch in die USA gegangen oder haben sich in anderen afrikanischen Ländern niedergelassen. Nur knapp über 800 Menschen mit ruandischem Pass leben in Deutschland. Die Diaspora ist seit dem Jahr 2001 in einem Verein organisiert. Die Mitglieder erkennen immer mehr, dass es viele Möglichkeiten gibt von Deutschland aus zur Entwicklung ihres Heimatlandes beizutragen. Silke Oppermann hat verschiedene Ruander zu ihrem Engagement befragt und dabei in Erfahrung gebracht, was Wirtschaftsentwicklung mit einem Getränk zu tun hat
Wir haben ein Getränk entwickelt. Das ist ein Getränk auf Ingwerbasis. Die Idee kam eigentlich in der Küche, wie fast alle Ideen. Wir haben immer, ich meine Kollegen und ich immer Leute eingeladen und Ingwer und verschiedene Früchte mal als Tee verarbeitet. .. .
Im Ruanda, dem Geburtsland von Providence Tuyisabe gehört Ingwer sehr häufig zum Speiseplan. Aber auch die Freunden und Kollegen des Marketingfachmanns schmeckte die eigenwillige Kreation, die er Yambusi taufte. Heute produziert der Münchener Providence Tuyisabe neben seinem Job wöchentlich 200 bis 300 Flaschen dieses Getränks. Wenn der Absatzmarkt noch weiter steigt, könnte das die Entwicklung Ruandas ankurbeln, glaubt er.           Die Perspektive für Ruanda wäre, wenn das Projekt wirklich funktioniert, dann würden wir die Zutaten, die Säfte wie Ananassaft zum Beispiel komplett aus Ruanda kommen lassen. Das wäre für die Landwirte in Ruanda, die diese Ananas pflanzen jedenfalls ein sehr gutes Geschäft und für uns natürlich als Ruander auch ein gutes Gefühl. Wir hätten schon einen Teil unseres Ziels erreicht, nämlich zur Entwicklung Ruandas und zur Landwirtschaft beizutragen. Als langfristiges Ziel plant Tuyisabe sein Getränk in Ruanda für den regionalen Markt zu produzieren. Ein weiteres hoffnungsvolles Beispiel präsentiert Ernest Nkusi. Er belegt einen englischsprachigen Masterstudiengang für Elektroingenieure an der TU Darmstadt. Zurzeit arbeitet er an einem Solarkocher, denn an Strom und Brennmaterial fehle es immer häufiger in Ruanda. Ernest Nkusi: 
Nous considérons que ce que nous faisons peut apporter une solution d’énergie qui est devenue rare et aider la population rurale et la population qui vivent en ville à cuisiner d’une façon rapide et moins chère.

Wir glauben, dass das, was wir machen, eine Lösung bringen kann, für die Energieprobleme des Landes. Es kann der Bevölkerung auf dem Land und in der Stadt helfen, schnell und preisgünstig zu kochen.

Jacques Mwizerwa hat ein Stipendium der ruandischen Regierung erhalten um in Deutschland zu studieren. 
Ich studiere Informatik und glaube es wird meinem Land helfe, um sich zu entwickeln ... Eigentlich brauchen wir Technologie und erfahrene Personen um uns zu entwickeln. Deswegen müssen wir das hier in Deutschland sammeln und dann in unserem Land durchführen.
Gaspard Ngarambe promoviert in Mainz im Fach Politikwissenschaft über den Einfluss der ruandischen Diaspora auf die Region um die großen Seen. Dabei untersucht er Beispiele wie das des Solarkochers und des Getränks Yambussi. Sein Ziel ist herauszufinden, wie die ruandische Diaspora zur Entwicklung des Landes beitragen kann. Die Theorie scheint einfach: Die Diaspora schickt Geld nach Hause und kurbelt die Wirtschaft an. Studenten gehen nach Europa und bringen neues Wissen zurück. In der Realität ist das nicht so einfach. Gaspard Ngarambe: 
Natürlich, wir haben Leute, die keine Lust oder keine Zeit oder keine Interesse sehen, sich für die Entwicklung in Ruanda zu engagieren.
Mancher aus der Diaspora sieht Ruanda als zu instabil an, und möchte dort nicht investieren. Zu Unrecht sagen die Mutigeren. Ein weiteres Problem sei, dass Studenten im Ausland oft am ruandischen Beda</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Deutschland, Ruanda</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Djamel in Algier - Weggehen ist keine L&#246;sung</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 13:19:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Zimmermann</dc:creator>
		
	<category>Algerien</category>
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		<itunes:subtitle>Algier am Nachmittag. In der Millionen-Metropole ruft der Muezzin zum Gebet. Die gläubigen Algerier strömen in die Moscheen, andere stecken noch im Feierabend-Verkehr. Die Hauptstadt ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Algier am Nachmittag. In der Millionen-Metropole ruft der Muezzin zum Gebet. Die gläubigen Algerier strömen in die Moscheen, andere stecken noch im Feierabend-Verkehr. Die Hauptstadt am südlichen Mittelmeer erholt sich nur langsam von dem zurückliegenden Jahrzehnt, das von Gewalt und Terror geprägt war. Radikale Islamisten verbreiteten Angst und Schrecken mit wahllosen Bombenattenten, die Militärs antworteten brutal. Ein Alptraum noch heute für die Hauptstädter. Doch langsam erwacht wieder Lebensmut. Die Jugendlichen wollen sich amüsieren. Dabei sind mehr als die Hälfte arbeitslos. Deshalb zieht es sie in die Städte oder sie suchen ihr Glück im Ausland. Schätzungsweise 2,3 Millionen Algerier leben nicht mehr in ihrer Heimat, davon die meisten in Frankreich. Der 36-jährige Djamel Ait Gana arbeitete mehrere Monate in Tunesien. Zurück in Algerien blieb er über ein Jahr ohne Arbeit, ohne Ziel, ohne Perspektive. Er überlegte endgültig auszuwandern. Nach Südfrankreich. 

Er hatte ein Visum:
Nach Tunesien hatte ich ein Geschäftsvisum für sechs Monate. Eine Sache, die hier sehr selten ist, vor allem für einen jungen Mann wie mich. Als das Visum ablief, reservierte ich einen Platz im Schiff, wollte nach Marseille gehen und dann andere Wege einschlagen, ich wußte nicht welche, hatte kein genaues Programm. Ich nahm meine Sachen und sage zu meiner Mutter: ich gehe ins Ausland. Wie? Du hast uns nichts gesagt. Ich sagte, ich werde weggehen, wenn ich angekommen bin, ruf ich an. Sorgt euch nicht! Ich gehe also los, das Schiff sollte um ein Uhr auslaufen. Ich kam zum Hafen von Algier und war unentschlossen. Werde ich wirklich weggehen? Die Leute gingen langsam an Bord, es war halb eins. Aber ich hatte nicht den Mut. Um ein Uhr zehn Minuten sah ich das Boot entschwinden und mich nach Hause gehen. Ich ging nicht weg!
Djamel begann provisorisch in Kellerräumen einen Arbeitsplatz einzurichten. Baute sich in der Werbebranche eine kleine Kundschaft auf. Er arbeitete hart und hatte Glück. Heute läuft es ganz gut, meint Djamel. Vor kurzem konnte er umziehen. Sein neu eingerichtetes Büro liegt in der Rue Hassiba mitten im Zentrum von Algier. Das Haus gehört zu den Schönheiten französischer Architektur aus der Kolonialzeit. Geräumige Zimmer, hohe Wände, Stuck an den Decken. Er ist stolz auf sein neues Domizil: Djamel arbeitet Tag und Nacht. Ist er oder einer seiner Mitarbeiter müde, gibt es jetzt die Möglichkeit sich in einem Nebenraum ein paar Stunden aufs Ohr zu legen, erklärt er. Harte Arbeit, aber Djamel ist froh, dass er nicht zu den Millionen ArbeitslosenI 
Ich würde lügen, wenn ich behaupte, ich hänge so sehr an meinem Land. Ich habe mir gesagt: Weggehen nur um wegzugehen ist keine Lösung. Das wird nur ein anderer Leidensweg. Einmal in Frankreich angekommen, hätte ich nicht einfach wieder zurück können nach Algier. Also bin ich geblieben, um das Unglück, in dem meine Familie lebt, mitzutragen. Ich wollte sie nicht allein lassen.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Algerien</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Grenzerfahrung - illegal f&#252;r eine Nacht</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2007 14:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Castritius</dc:creator>
		
	<category>USA</category>
	<category>Mexiko</category>
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		<itunes:subtitle>In einem Naturpark nahe der Hauptstadt Mexikos bieten Indianer einen ganz speziellen Nervenkitzel: eine Nachtwanderung, die die illegale Einwanderung in die USA simuliert. Man kriecht ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>In einem Naturpark nahe der Hauptstadt Mexikos bieten Indianer einen ganz speziellen Nervenkitzel: eine Nachtwanderung, die die illegale Einwanderung in die USA simuliert. Man kriecht durch Tunnel, unter Stacheldraht durch, watet hüfttief durch Wasser, oft mit der Sirene der "Border Patrol" im Nacken. Die Indianer wissen, was sie tun; fast alle haben schon mehrmals die reale Grenze überwunden. 

 „Rapido, schnell“ - das wird Jesús noch oft rufen in dieser Nacht. Schon in den den ersten Minuten macht der Schlepper uns klar: so ein illegaler Grenzübertritt ist kein Spaziergang für verweichlichte Großstädter, auch in der Simulation nicht. „Los los, bewegt euch." Wir, die Illegalen für eine Nacht, werden auf Trab gehalten, hetzen glitschige Abhänge runter, kriechen unter Zäunen durch, waten durch knietiefe Kanäle, suchen Deckung im Gestrüpp oder flach im Matsch liegend.
„Geht nicht durch den Fluß, denkt dran, die Familie wartet auf euch“, werden wir gewarnt. Zu Recht, etwa 500 Menschen sterben Jahr für Jahr bei dem Versuch, die Grenze gen Norden zu überwinden Sie ertrinken im Rio Grande, verdursten in der Wüste Arizonas, werden ermordet oder hilflos zurückgelassen. Unsere Grenzerfahrung wird immer beklemmender. Die Sirene der Border Patrol geht auf die Nerven, der Verfolgungsdruck nimmt zu. Wie schlecht muss es den Migranten zu hause gehen, die das für einen lausigen 5-Dollar-Job auf sich nehmen. Dabei ihr Leben riskieren, und nicht nur eine Erkältung wie wir. Unsere Teilnehmerkarte kostete 12 Euro, die Ärmsten der Armen müssen den Koyoten, den Schleppern, das hundertfache hinblättern: 1.200 Euro. Aber ohne Orts- und Grenzpolizei-Kundige hätte man keine Chance, das wird uns in dieser Nacht deutlich vor Augen geführt - Festnahme inklusive. So enden jährlich zehntausende Versuche, rüberzukommen. Aber: eine halbe Million Mexikaner und Mittelamerikaner kommen durch, Jahr für Jahr. Jesús, unser maskierter Schlepper, ist selbst mehrmals in den Norden gegangen - wie die meisten seiner Stammesbrüder. 90% der Hñahñu-Indianer arbeiteten mindestens einmal in den USA. Jetzt schaffen sie sich mit dem Naturpark Eco-Alberto und dem fiktiven Grenzgang eine Alternative. Immerhin 70 Personen machen diese Nachtarbeit. 
Es kamen mal Antropologen und sagten, Mensch, ihr seid doch harte Typen, ein tausendjähriges Volk, habt die Unterdrückung durch die Azteken ausgehalten. Und wir merkten, ja, wir sind sehr stur und hartnäckig, können unter schlimmsten Bedingungen überleben, können 20 Stunden am Tag arbeiten. Und dann verpflichteten wir uns, alle acht Jahre 12 Monate lang ohne Bezahlung für die Gemeinschaft zu arbeiten. Vorher waren wir ziemlich schlaff, lethargisch, aber jetzt sehen wir, dass man arbeiten und sich organisieren muss, zu seinem Wort stehen.

Deshalb kehren sie immer wieder heim nach El Alberto, in dem auffällig viel gebaut wird: Dollar-Häuschen. Dabei ist es ruhig im Ort, noch arbeiten zwei Drittel der 2.200 Hñahñus in den USA, Tendenz abnehmend.Eine Gruppe Teenager ist mit uns unterwegs in dieser Regennacht, ihre anfängliche Klassenfahrt-Stimmung ist schnell in Erregung und Nachdenklichkeit umgeschlagen. Vor einer Hängebrücke, die wackelig den Gang über den Fluß in die USA symbolisiert, bleibt der 15-jährige Byron Cruz unvermittelt stehen. „Ich gehe nicht rüber, murmelt er, lieber mache ich hier in Mexiko einen guten Schulabschluss."  
Ich bin Mexikaner und stolz darauf. Ich möchte es in meinem Land zu etwas bringen. Hätte ich eine Familie ich würde sie nie verlassen, ich würde nie meine Kinder alleine zurücklassen.
Und als er dann seine Geschichte erzählt, wird klar, warum er so ernsthaft ist. Die brutale Realität bricht in unsere Simulation hinein. Als Byron 9 Jahre alt war, ging seine  Mutter in die USA, seitdem haben er und seine drei Schwestern nichts mehr von ihr gesehen aus den Dollars, die sie monatlich schickt. Ein Jahr später, 2002, war auch Byrons Va</itunes:summary>
		<itunes:keywords>USA, Mexiko</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Viele wandern aus - Der s&#252;dmexikanische Ort Magdalena Octolán</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jul 2007 12:39:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Vogel</dc:creator>
		
	<category>USA</category>
	<category>Mexiko</category>
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		<itunes:subtitle>Magdalena Ocotlán, ein kleiner Ort im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Die Nachmittagssonne wirft schon lange Schatten auf den schlecht gepflasterten Weg, der zum Dorfzentrum führt. Ein ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Magdalena Ocotlán, ein kleiner Ort im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Die Nachmittagssonne wirft schon lange Schatten auf den schlecht gepflasterten Weg, der zum Dorfzentrum führt. Ein paar Kinder spielen Fangen oder Basketball. Eine Kirche, ein Schulgebäude, ein paar Steinhäuser – viel mehr hat die Tausendseelengemeinde nicht zu bieten. Die meisten Männer sind ausgewandert. Auf die andere Seite des Rio Grande, in die USA. Dort suchen sie Arbeit, träumen von Wohlstand. 

Wer geblieben ist, lebt von ihren Überweisungen. Oft reicht das Geld nicht einmal für das Allernotwendigste. In der mexikanischen Provinz dominieren Hunger, Gewalt und Korruption das tägliche Leben. Gegen diese Verhältnisse sind im letzten Jahr Lehrer, die Dorfbewohner, Studenten und Linke im Bundesstaat Oaxaca auf die Barrikaden gegangen. Was als Streik für bessere Bezahlung, Schulhefte und Schuluniformen begann endete in einem Volksaufstand. Die Antwort der Regierung: Festnahmen, Folter, Misshandlungen. Hinter der Kirche liegt das Gewerkschaftshaus von Magdaléna Ocotlán. Dort arbeitet Danila Cerna. Sie ist Lehrerin und Gewerkschaftsvertreterin. Wie gegen viele Aufständische läuft auch gegen dieengagierte Menschenrechtsaktivistin ein Verfahren wegen der Beteiligung an Aktionen gegen die Regierung. Sie ist trotzdem fest entschlossen, in Oaxaca zu bleiben und den Kampf weiterzuführen:
Mein Land ist wunderschön, es ist einer der schönsten Bundesstaaten. Ich weiß, das klingt ein bisschen egoistisch, aber so empfinde ich das, und eigentlich haben mir das auch andere so gesagt. Trotzdem, hinter dieser Schönheit versteckt sich eine enorme Armut, eine Marginalisierung. Ich werde nicht gehen, nicht einmal jetzt, wo ich verfolgt werde. Ich bleibe hier, weil der Kampf hier stattfindet und wir ein stolzes Volk sind. Es wäre nicht würdevoll, wegzurennen. Vielleicht würdeich es als letzten Ausweg tun, aber es wäre für mich sehr schmerzhaft. Ich bleibe hier, denn ich komme von hier. Ja, ich werde mich verteidigen.
Auch José Ramérez Flores bleibt und kämpft für eine bessere Zukunft in Oaxaca. Der 35-jährige Familienvater ist seit einigen Jahren Gemeindepräsident im Dorf San Juan Copala:
Hier sind wir alle Bauern, hier verdienen wir nichts. Immer haben wir gearbeitet. Wir bestellen die Felder, aber das reicht nur, um die Familien am Leben zu halten. Wir verdienen nichts, nicht einen Peso den lieben langen Tag. Wir haben auch mal andere Produkte gesät, Weizen zum Beispiel, aber hier ist nichts mehr zu holen. Hier gibt es nicht viel Arbeit. Deshalb gehen sehr viele Companeros weg von hier. Die Wahrheit ist, dass ich auch schon mal weg war, um zu arbeiten und meiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Aber seit dem Jahr 2003 wurde mir Verantwortung übertragen. Zuerst war ich in Guadalupe Tilapa Copala, zwölf Kilometer von hier, die örtliche Gemeindeautorität. Zwei Jahre lang. Und danach hier in San Juan Copala.
Auch José Ramirez gehört zur APPO, der Versammlung des Volkes von Oaxaca, die den Volksaufstand organisiert hat. Zwar haben Polizeieinsätze die Rebellion beendet, aber von Frieden will hier niemand reden, sagt Flores. Noch immer sind viele in Haft, Oppositionelle wurden  auf offener Straße entführt oder von Paramilitärs erschossen. Die Regierung unter Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz hat ihre Zusagen nicht eingehalten, kritisiert Ramirez.   
„Unsere Kinder warten noch immer, unter würdigen Bedingungen zur Schule zu gehen“. Das alles hat damit zu tun, dass die Regierung uns als indigenes Volk gar nicht wahrnimmt. Deshalb bin ich hier und helfe meinen Leuten. Jetzt habe ich diese Aufgabe übernommen. Ich kann nicht meine Familie verlassen. Ich kann sie nicht alleine lassen, sondern wir werden weiterhin daran arbeiten, damit die Regierung uns wahrnimmt und zuhört, und eines Tages werden wir ein Abkommen vereinbaren, damit es uns Indígenas besser geht.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>USA, Mexiko</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Landflucht in Oragadam, Indien</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jul 2007 11:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Weiz</dc:creator>
		
	<category>Indien</category>
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		<itunes:summary>Oragadam gibt es nicht. Das könnte jedenfalls meinen, wer die paar Stufen auf den Hügel mitten im Dorf hinaufsteigt und es von oben betrachtet. Die Häuser und Straßen sind verborgen unter Kokospalmen, Bananenstauden und Baumriesen. Auf die Ansiedlung weist nur der viereckige Dorfteich am Fuß des Hügels hin, an dessen Stufen Frauen Wäsche zum Waschen schlagen. Oragadam ist ein Beispiel für einen Ort der Emigration. Es ist nicht extrem. Oragadam ist ein Dorf wie Tausende andere im Süden Indiens - und wahrscheinlich wie in vielen anderen Regionen der Welt, aus denen Menschen fortziehen.

Vor dem Garagen-großen Gemeindebüro von Oragadam sitzt der Gehilfe des Dorfverwaltungsbeamten auf einem Klappstuhl und waltet seines Amtes. Er heißt Alphonse. V Alphonse. Das V steht für den Namen des Vaters und der wird, wie bei südindischen Männernamen üblich, immer nur abgekürzt. Manche Tamilen lassen sich sogar ausschließlich mit Initialen ansprechen. V Alphonse also wohnt selbst in Oragadam und weiß viel über das Dorf. Dass 580 Familien darin wohnen und die meisten von ihnen entweder der niederen Bauern-Kaste Vanniyar angehören oder Adi-Dravidas sind. Letzteres ist eine feine Umschreibung des Namens „Paraiyar„, Paria, der heute als anstößig empfunden wird. V. Alphonse führt auf, dass es darüber hinaus jeweils ein paar Vertreter anderer Kasten gibt: Viehzüchter, Töpfer, Priester, Barbiere sowie Irulars. Letztere gehören zur sogenannten „Stammesbevölkerung„. Er weiß auch, dass 375 Familien ausschließlich in der Landwirtschaft arbeiten. Gerade nimmt er ihre Anträge auf den offiziellen Landarbeiter-Ausweis entgegen. Wie viele Leute aus Oragadam abgewandert sind vermag selbst V. Alphonse nicht zu beziffern. Er weiß nur, dass sie gehen - tageweise in den Nachbarort, wochen-, monats- oder Saisonweise auf Baustellen in der Region oder auf Hochseeschiffen, jahrelang nach Singapur oder Malaysia und manchmal für immer. Und wenn selbst jemand wie V. Alphonse, der an der Quelle der Daten sitzt, die Abwanderung nicht quantifizieren kann, dann keiner. Die Zahl der Emigranten geht unter in den allgemeinen Statistiken über Migration. Die Weltkommission für Internationale Migration spricht von 200 Millionen Menschen, die zur Zeit von einer Region in eine andere ziehen. Das sind 3 Prozent der Weltbevölkerung. Dazu trägt Asien mit 49 Millionen Migranten ein Viertel bei.
Europa ist bislang eher das Zielgebiet weniger gut gebildeter Migranten. Rund ein Viertel davon stammt aus Asien. Das ist damit das größte Herkunftsgebiet.
Aber die internationale Migration sei nur die Spitze des Eisbergs, betont D. Sundaram . Er hat der Weltkommission zugearbeitet, die 2003 im Kontext der Vereinten Nationen entstanden ist. Als Professor für Soziologie an der Universität von Chennai hat er sich jahrzehntelang mit dem Thema Emigration befasst. Die Wanderungsbewegung, die in Indien bis heute relevant ist, habe in der Kolonialzeit begonnen, meint D. Sundaram: Der Exodus der großen Grundbesitzer aus den Dörfern. Die ersten waren die Brahmanen. Diese Kaste wird häufig als die der Priester bezeichnet. Dabei arbeiten nur wenige Brahmanen tatsächlich in diesem Beruf. Sie sind aber die Gruppe, die typischerweise für Gelehrsamkeit und white collar jobs steht. In Oragadam ist die Straße mit den meisten verlassenen Häusern die der Brahmanen. Eines davon war das Geburtshaus des Lehrersohnes K. S. Gopalaswamy.  
K. S. Gopalaswamy:
„In ihrer Blütezeit hatte die Brahmanen-Gemeinschaft hier 60 Häuser. 30 auf dieser Seite, 30 gegenüber. Am Abend, saßen vor allem die älteren Leute auf den Veranden vorne an ihren Häusern und haben sich unterhalten. Sie haben auch Geschichten erzählt, meistens lehrreiche oder moralische.“
„Ich habe dort das St.-Josephs-Gymnasium besucht. Fast alle Brahmanen sind das Produkt von Missions-Schulen, denn die Ausbildung in christlichen Schulen gilt als die beste in dieser Gegend. Meinen Englisc</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Indien</itunes:keywords>
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		<title>Rassismus in Marokko</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 12:58:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Tussing</dc:creator>
		
	<category>Marokko</category>
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		<itunes:subtitle>Aid hadda ist eines der ärmeren Stadtviertel der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Rassismus ist hier an der Tagesordnung. Schwarze Menschen - wie der aus dem Kongo ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Aid hadda ist eines der ärmeren Stadtviertel der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Rassismus ist hier an der Tagesordnung. Schwarze Menschen - wie der aus dem Kongo stammende 26-jährige Joseph - werden häufig diskriminiert - sogar in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern. Reporter Jan Tussing berichtet über den alltäglichen Rassismus in Marokko.
Natürlich gibt es Rassismus. Einige Marokkaner akzeptieren uns, aber viele sind ausländerfeindlich.
Joseph ist 26 Jahre alt und kommt aus dem Kongo. Er ist Flüchtling und in Aid hadda gestrandet, einem der ärmeren Stadtviertel von Rabat. Ich frage ihn, ober schon mal angegriffen wurde.


Natürlich, sehr oft. Es gibt halt keine Arbeit für die Blacks, die Schwarzen.
Joseph lebt in einem kleinen Raum ohne Fenster. Es ist feucht und klamm. Im Zimmer steht ein gemachtes Doppelbett. Auf dem Steinboden liegen noch zwei weitere dünne Matratzen. Der 26-jährige wohnt auf 12 Quadratmetern zu fünft. Mit fünf weiteren Zimmergenossen aus dem Kongo. Sie schlafen im Wechsel.  
Auch im Krankenhaus hast du Probleme, du musst so viele Papiere ausfüllen, nur weil du schwarz bist. Du hast zwar den Flüchtlingsausweis, der akzeptiert wird, aber in Schulen wirst du trotzdem nicht akzeptiert. Azi, das heißt schwarz. Taugenichts.
Joseph wird tagtäglich angefeindet. Er darf aufgrund seines Flüchtlingsstatus nicht arbeiten, aber der marokkanische Staat gibt ihm kein Geld, um sich was zu essen zu kaufen. Er ist gezwungen zu betteln und zieht damit den Zorn der Bevölkerung auf sich.  
Alle jungen Marokkaner laufen mit einem Messer durch die Gegend. Na ja, fast alle. Und wenn du nichts hast, beziehungswseise ihnen nichts gibst, dann schlitzen sie dich auf.
Ist dir das schon passiert, frage ich, nein sagt Joseph, aber sein Handy wurde geklaut.

Als ich frage, ob er Anzeige erstattet hat, lächelt er bitter.
Anzeige erstatten? Mit welchen Papieren? Ich habe Papiere vom UNHCR und die Polizei akzeptiert die nicht. Was soll ich also zur Polizei laufen. Ich habe eher Angst, daß die mich festhalten. Wenn du ein Problem mit einem Marokkaner hast, dann bist du immer im Unrecht, denn du bist Black! Du bist ein Ausländer ohne Papiere.
Während wir reden klingelt das Telefon. Zwei Freunde von ihm wurden auf die Polizeiwache gebracht und verhört. Wir beeilen uns, zur Wache zu gehen. Im Nu stehen über zehn Afrikaner auf der Straße. Es ist bereits acht Uhr abends und dunkel, aber jeder von ihnen zeigt sich solidarisch. Denn sie alle haben selbst schlechte Erfahrungen mit der marokkanischen Polizei gemacht. Auf der Straße in Hain Hedda Un Touré Moussa und Paul Mangow.  
Ich war in Oujda mit Freunden. Ich habe gelitten, sagt ein junger Mann auf der Straße.
Seine Brust ist immer noch im Verband. Der junge Kongolese wurde nachts bei einer Razzia in die nordmarokkanische Stadt Oujda verfrachtet.  
Es war der 23. Dezember gegen 4 Uhr. Sie sind nachts gekommen wir haben geschlafen. Öffnet die Tür. Polizei.

Vor Heilig Abend startete die Polizei eine Nacht und Nebel Aktion um Ausländer gewaltsam abzuschieben. Die Razzia ging wegen Weihnachten in den internationalen Medien unter. Wir haben die Tür aufgemacht und sie wollten unsere Papiere. Sie behandeln uns schlecht. Du kannst hier nicht herumlaufen, sagt ein anderer. Du wirst beschimpft, man greift dich an. Wenn die Polizei vorbeikommt wirst du wie ein Penner eingesperrt.
Während wir sprechen erscheinen die beiden festgenommenen jungen Männer vor der Polizeiwache. Mit ihnen einer Vertreterin des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen, des UNHCR. Die junge Französin will nicht ins Mikrofon sprechen, aber sie habe sich sofort auf den Weg gemacht, als sie von einem der kongolesischen Flüchtlinge alarmiert wurde. Ihr ist es zu verdanken, dass Ismael und sein Freund die Nacht nicht auf der Wache verbringen müssen.  
Zum Glück haben wir auf der Fahrt im Polizeiauto einen Freund gesehen. Ich habe das Fenster aufgeri</itunes:summary>
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		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Das psychosoziale Zentrum in D&#252;sseldorf betreut Fl&#252;chtlinge</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 13:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Paal</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Deutschland</category>
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		<itunes:summary>Wenn es Flüchtlinge nach Deutschland geschafft haben, ist die Welt für sie noch lange nicht in Ordnung. Viele, die schreckliches Leid in ihrer Heimat erfahren haben, brauchen psychische Betreuung - nur haben sie kein Geld, sich eine Therapie zu leisten. Für solche Menschen gibt es spezielle psychosoziale Zentren. Die erste derartige Einrichtung entstand 1979 in Frankfurt - sie wurde von Flüchtlingen selbst gegründet. Heute gibt es bundesweit mehr als ein Dutzend solcher Zentren. Wie sie den Flüchtlingen helfen, hat Gabor Paal in Düsseldorf beobachtet.

Das psychosoziale Zentrum in der Düsseldorfer Innenstadt ist nicht gerade geräumig, aber gemütlich eingerichtet. Der Flur dient als Wartezimmer. Hier sitzen afrikanische Flüchtlinge, aber auch Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, bis sie an der Reihe sind. Aus der Küche duftet Kaffee. Es gibt auch einen größeren Aufenthaltsraum für Besucher, die sich auch einfach mal nur in Ruhe hinlegen und entspannen wollen. 
Wenn jemand in einem Wohnheim wohnt, wo es laut und dreckig und gefährlich ist, dann hilft die eine Stunde Therapie gegenüber 24 Stunden an sieben Tagen der Woche auch herzlich wenig.
Annette Windgasse hat das psychosoziale Zentrum vor fast 20 Jahren mitbegründet. In den Menschen, die seitdem ins Zentrum kommen, spiegeln sich die Krisen der Welt. Es kamen Bosnier und Kosovo-Albaner, Menschen aus Ruanda und Burundi, Iraker und Sudanesen. Menschen, die verfolgt wurden, manche auch gefoltert. Und die diese Erfahrungen auch in Deutschland nicht einfach abstreifen können. Vor allem dann nicht, wenn sie sich hier auch in ständiger Unsicherheit leben, meint Esther Mujawayo. Sie weiß, wovon sie spricht. Sie hat 1994 den Völkermord in Ruanda überlebt. Ihr Mann und ein Großteil ihrer Familie wurde umgebracht. Jetzt arbeitet sie als Therapeutin hier im Zentrum.
Man denkt, wenn man kommt hier, bin ich in Sicherheit. Dann kann ich die Vergangenheit vergessen oder besser verarbeiten. Aber immer wenn sie sprechen über Abschiebung, man sieht sofort, die Erfahrungen kommen zurück von was man hat erlebt 10 Jahre vorher.
Das erste psychosoziale Zentrum wurde 1979 in Frankfurt gegründet, und zwar von Flüchtlingen selber. Aufgrund ihrer eigenen Biographie und Erfahrung betreut Esther Mujawayo vorzugsweise Flüchtlinge aus Afrika. Sie fühlen sich von ihr verstanden, zumal wenn sie sich mit der Therapeutin in ihrer Heimatsprache Kirundi unterhalten können.Doch geht es nicht nur ums Reden, sagt Anette Windgasse. Immer nur über die schrecklichen Erfahrungen zu sprechen und damit die Erinnerungen wachzuhalten, ist nicht unbedingt eine gute Therapie. Vielmehr gehe es oft darum, die Flut der Bilder, die sich ins gedächtnis gebrannt haben zustoppen. 
Also es gibt z. B. eine Übung, wieder zu spüren, wie ich richtig fest mit meinen Füßen auf dem Boden und auf dem Stuhl sitze und was ich jetzt spüre, indem ich bewusst wahrnehme, was sehe ich hier im Zimmer und mir sage, ich bin jetzt hier in Düsseldorf, und es ist heute der 5. Dezember. Ich bin nicht in dem Gefängnis von Äthiopien, sondern ich bin jetzt hier. Da gibt’s auch noch weitere Übungen, wo man sich z. B. vorstellt ein traumatisches Ereignis ist man nicht gerade drin, sondern sieht es wie auf einer Kinoleinwand oder in einem Fernseher, das hört sich jetzt verrückt an, aber das ist hilfreich, man stellt sich vor, man hätte jetzt eine Fernbedienung und man stoppt das Bild und macht es von bunt zu schwarz-weiß und nimmt den Ton weg und lässt es dann entweder ganz hell oder ganz dunkel werden, dass man’s nicht sieht um überhaupt erst mal ein Gefühl dafür zu kriegen, Kontrolle zu gewinnen über schreckliche Erinnerungen, denn Kontrollverlust ist so das Grundthema bei einer Traumatisierung, die durch Menschen verursacht worden ist.
Die Therapeuten vom psychosozialen Zentrum stehen auch im Kontakt mit den Behörden und werden auch in Asylverfahren als Gutachter herangezogen, wenn es darum</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Allgemein, Deutschland</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Hoffnung auf Genesung</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2007 08:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Boueke</dc:creator>
		
	<category>Guatemala</category>
	<category>Deutschland</category>
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	<category>El Salvador</category>
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		<itunes:summary>Migration ist wahrlich transnational. Eine deutsche Freiwillige, die in einer Herberge in Chiapas arbeitet, und ein salvadorianischer Migrant, der auf seinem Weg in die USA von einem mexikanischen Zug gestürzt ist, reisen gemeinsam nach Guatemala, um dort eine Gruppe US-amerikanischer Ärzte zu treffen, die angeboten haben, den verletzten Jungen zu operieren.
Mein Name ist Katrin Zeiske. Ich bin 29 Jahre alt habe Politikwissenschaften studiert. Ich komme aus Bonn, aus Deutschland. Zur Zeit arbeite ich in einer Herberge in Chiapas in Mexiko an der Südgrenze zu Guatemala. Im Augenblick bin ich mit einem Jungen aus der Herberge hier in Guatemala. Wir haben vor drei Tagen kurzfristig entschieden, hierher zu kommen, weil gerade eine Brigade US-amerikanischer Ärzte hier ist, die Spezialoperationen gratis machen. Er hat jetzt schon zwei Jahre hinter sich mit vielen Operationen, aber es hat nichts gefruchtet. Jetzt hoffen wir, dass er mal eine Operation kriegt, aus der er wirklich quasi gesund herausgeht.
Ich heiße José René und komme aus El Salvador. Ich war auf dem Weg in die USA, weil die Leute sagen, dass man dort viel besser verdienen kann. Ich wollte Geld verdienen, um mir in El Salvador mein Haus zu bauen. Aber es ist nicht so gekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Als wir in Mexiko angekamen, mussten wir auf den Zug aufsteigen. Wir saßen alle zusammen oben drauf und waren gut gelaunt. Wir wussten ja nicht, was später noch auf uns wartete. Als wir nach Aiaga kamen ist der Zug entgleist. Das war ein schlimmer Unfall. Da war unser gutes Leben zu Ende. Viele Leute sind gestorben. Die Krankwagen kamen und auch die von der Einwanderungsbehörde. Wir wurden in Krankenhäuser gebracht, um behandelt zu werden. Ich bin fast gestorben, weil ich so schlimm gefallen war. Aber Gott sei Dank bin ich noch am Leben.
Die Südgrenze Mexikos ist in den letzten Jahren schon zu einer vorgelagerten Südgrenze der USA geworden. Die ganze Migrationskontrolle, die man aus den USA kennt - wo man jetzt immer hört von Mauerbau und so weiter - das alles ist schon vorgelagert im Süden von Mexiko zu spüren. Und dort hat sich ein ganzer Bundesstaat Chiapas in eine Kontrollzone gewandelt. Es gibt eine Migrationskontrolle nach der nächsten an den großen Überlandstraßen und ganz viele mobile Polizeieinsätze. Die USA wollen natürlich von Mexiko dass die Migration aus dem Süden, aus den zentralamerikanischen Nachbarländern, kontrolliert wird. Aber de facto versuchen sich die einzelnen Funktionäre vor Ort an den Migranten zu bereichern. Sie versuchen, Schmiergelder rauszuhauen. Wer zahlen kann wird nicht abgeschoben und wer nicht zahlen kann, der geht zurück nach Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Honduras. Um diese ganzen Polizeikontrollen zu umgehen, müssen diese Leute, die meistens ziemlich arm sind und gerade mal hundert Dollar ansparen können für den ganzen Weg nach Norden, diese Migranten nehmen die Güterzüge, die durch Mexiko fahren. Sie warten außerhalb von der Station und springen auf den fahrenden Zug auf und sitzen dann manchmal zu Hunderten auf den Dächern und fahren wochen-, monatelang Richtung Norden. Das ist natürlich ziemlich gefährlich, weil auf den Dächern gib es nichts, wo man sich dran festhalten könnte. Viele werden müde, schlafen ein. Der Zug hält plötzlich an und Leute fallen von den Dächern. Oder es gibt auch Überfälle auf den Zügen und Leute werden runter geschmissen von Bandenmitgliedern.
Ich bin hier mit einer Deutschen. Sie ist in die Herberge nach Tapachula in Mexiko gekommen. Dort haben wir sie kennengelernt. Sie ist eine sehr große Hilfe. Sie ist sehr nett und hilft uns allen. Sie ist ein guter Mensch. Jetzt ist sie mit mir hier nach Guatemala gekommen. Sie hilft mir und unterstützt mich in allem, um zu sehen, dass ich operiert werde, damit ich gesund werden kann.
Rene ist halt vor zwei Jahren vom Zug gefallen. Der ist damals richtig entgleist. Er hat sich die Hüfte gebrochen und au</itunes:summary>
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		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Fl&#252;chtlinge auf dem Frankfurter Flughafen</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jun 2007 11:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Harms</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Deutschland</category>
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		<itunes:subtitle>Seit dem Asyl-Kompromiss aus den 90er Jahren werden nur noch sehr wenige Flüchtlinge in Deutschland anerkannt. Doch die weltweiten Flüchtlingsströme haben nicht wirklich abgenommen. Weil ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Seit dem Asyl-Kompromiss aus den 90er Jahren werden nur noch sehr wenige Flüchtlinge in Deutschland anerkannt. Doch die weltweiten Flüchtlingsströme haben nicht wirklich abgenommen. Weil die Landwege oftmals zu schwierig oder verstellt sind, nehmen immer mehr Flüchtende das Flugzeug, um nach Europa zu kommen. Oftmals reisen sie mit falschen Papieren oder auch ganz ohne Pass. Wenn diese Menschen zum Beispiel am Flughafen in Frankfurt ankommen, dann landen sie automatisch im so genannten Flughafenverfahren. Torsten Harms hat sich auf dem Flughafen umgesehen.

Wenn die schwere Tür ins Schloss gefallen ist, kommt keiner mehr ohne Kontrolle aus der Unterkunft heraus. Seit fünf Jahren werden Flüchtlinge, die ohne gültige Papiere einreisen, im Gebäude 587 einquartiert. Der von der Bundespolizei gesicherte dreistöckige Fertigbau südlich der Landebahnen ist umgeben von Lagerhallen. Die Einrichtung ähnelt von innen einer Jugendherberge mit Etagenbetten und Gemeinschaftsduschen. Betrieben wird sie vom Land Hessen. Leiter Klaus Meßmer sagt, die Flüchtlinge bekämen alles, was sie bräuchten.     
Es wird hier eine intensive Betreuung durch pädagogische Fachkräfte gewährleistet, es gibt einen Arzt. Wir stellen sicher, dass eine ausreichende und gute Verpflegung angeboten wird.
Doch ob die Flüchtlinge nach Deutschland einreisen dürfen, das ist in vielen Fällen ungewiss. Vor allem Menschen aus Nigeria, Ghana oder dem Libanon dürfen sich keine großen Hoffnungen machen.


Patrick Matanda-Mabula aus dem Kongo ist seit anderthalb Monaten in der Flüchtlingsunterkunft. Er ist nicht als Asylbewerber anerkannt worden, glaubt aber irgendwann einreisen zu dürfen, weil seine Familie in dem zentralafrikanischen Herkunftsland verfolgt werde.     
Es gibt dort keine Demokratie, wir sind dort nicht mehr in Sicherheit. Deshalb bin ich hierher gekommen. In den Demokratien kann man Asyl beantragen, deshalb bin ich hier.
Der 26-jährige bleibt vorerst in der Unterkunft, die offiziell zum Transitbereich des Flughafens gehört. Wer hier ist, gilt nicht als eingereist. Javad Adineh vom kirchlichen Flüchtlingsdienst sagt, viele der angekommenen Flüchtlinge seien überhaupt nicht darauf vorbereitet, dass sie gleich nach ihrer Ankunft Befragungen über sich ergehen lassen müssten.


Die Asylsuchenenden haben in der Regel kaum Zeit, sich auf die Befragungen vorzubereiten. In der Regel ist es auch so, dass viele Asylsuchende gar nicht wissen, dass sie im Transit sind. Sie glauben, es ist alles gelaufen, sie sind in Deutschland eingereist.
Doch das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge komme in vielen Fällen zu dem Urteil:
Asylantrag unbegründet. Deshalb versucht der kirchliche Flüchtlingsdienst, möglichst schnell zu reagieren.
Wir versuchen, sofort nach der Ankunft der Asylsuchenden in der jeweiligen Sprache Dolmetscher zu bestellen und gleich Verfahrensberatung anzubieten.
Denn das Asylverfahrensgesetz lässt nur wenig Zeit zum Reagieren, wenn ein Antrag abgelehnt wurde.
Die Flüchtlinge haben nur eine Woche für einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht.
Das Gericht wiederum entscheidet innerhalb von 14 Tagen.
Und genau diese knappen Fristen werden schon seit langem von Pro Asyl kritisiert.
Es ist ein extrem verkürztes Verfahren mit wenig rechtsstaatlichen Garantien, wenn wir bedenken, dass es in diesen Fällen sehr oft um Leib und Leben, um Kopf und Kragen gehen kann. Dann sollte man denken, dass die Rechtsschutzsicherheit so effektiv wie möglich ist. Wenn ich aber Fristen sehe von drei Tagen für eine Klage, vier Tage Begründungsfrist, und jemand hat kompliziertere Sachverhalte!
Da gebe es keine Zeit zum Prüfen und es werde nach oberflächlichen Kriterien entschieden und oftmals auch trotz Zweifeln abgeschoben.Den Menschen in der Flughafen-Unterkunft ist ihre missliche Situation auf den ersten Blick nicht anzusehen. Die Kinder spielen am Computer, der Fernseher läuft, die Erwachs</itunes:summary>
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		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Brasiliens gigantische Binnenmigration – ein Volk auf Wanderschaft oder Flucht</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2007 15:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Hart</dc:creator>
		
	<category>Brasilien</category>
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		<itunes:summary>Viele ziehen von Moskau, Istanbul oder nordafrikanischen Städten nach Berlin, Frankfurt, Hamburg – die „Migrante“ Benedita Figueiredo, 40, aus der  nordbrasilianischen Küstenstadt Fortaleza hatte es erheblich weiter und blieb doch im eigenen Land. Vor über zehn Jahren legte sie im engen Rumpelbus an die 3200 Kilometer von der archaischen Slumperipherie des tropisch-heißen Fortaleza bis in die südliche, subtropische Megametropole Sao Paulo zurück – drittgrößte Stadt der Welt, Wirtschaftslokomotive und Kulturkapitale ganz Lateinamerikas, mit über tausend deutschen Multi-Filialen. Das kosmopolitische Sao Paulo ist geprägt von Japanern, Deutschen, Russen, Italienern oder Portugiesen. Doch annähernd die Hälfte der Bewohner sind Migranten des Nordostens, Nordestinos, schon an den Gesichtern, der meist geringeren Körpergröße leicht erkennbar.


Es kam alles ganz plötzlich. Meine Mutter sagte, wir gehen jetzt alle nach Sao Paulo, keiner bleibt hier. Dabei wohnten wir im eigenen Häuschen, die schönen Strände ganz nahe. Doch wir brauchten Arbeit, mussten Geld verdienen. Dem rennen wir bis heute nach und kriegen es nicht.
Sie lacht bitter-ironisch. Benedita Figueiredo ist Gelegenheitsarbeiterin, meistens Reinemachfrau, hat einen kleinen Sohn – ihr Mann, über 50, zählt ebenfalls zum Heer der Tagelöhner, hat wie sie nur wenig Bildung und keinen Berufsabschluss. Die Familie lebt nicht, sie überlebt – wie in Fortaleza wiederum an der Peripherie. Im Häuschen am Atlantik sind sie acht Kinder und hungern häufig. "Wie konntet ihr nur so viele Kinder machen, obwohl  ihr wusstet, dass ihr sie weder ernähren noch in eine ordentliche Schule schicken könnt, es für uns später keine Arbeit gibt", klagt eine Schwester Beneditas immer wieder den Macho-Vater an. Der grinst nur. Er wildert zuerst den nahen Wald leer, holt selbst den letzten Fisch aus dem nahen See – trotzdem reicht es nie.
Die Unterschichtsfrauen des stark unterentwickelten Nordostens wollen schon seit Jahrzehnten nur zwei bis drei Kinder. Doch die gewalttätigen Machos lassen das nicht zu, verbieten ihren Frauen gar die Pille. Denn Kinder sind bis heute die als nötig erachteten Potenzbeweise. In Benedita Figueiredos Peripherie-Nachbarschaft sind Familien mit zehn, fünfzehn Sprößlingen keine Seltenheit. Mehr Kinder als andere zu machen, möglichst mit mehreren Frauen, so sagt eine Soziologin drastisch, ist für viele Machos wie ein Wettbewerb.Die dadurch ausgelöste Bevölkerungsexplosion zählt zu den Hauptursachen der gigantischen Binnenmigration, als Benedita Figueiredo nach Sao Paulo wechselt. „Gewalt und machistische Unterdrückung“ rechnet auch die Kirche im größten katholischen Land zu den Migrationsmotiven. In der als Karnevals-und Urlaubshochburg gerühmten Nordost-Millionenstadt Recife ist heute Gewalt die erste, wichtigste Todesursache bei Mädchen und Frauen zwischen zehn und 49 Jahren.
Benedita Figueiredo arbeitet in Sao Paulo anfangs als Näherin, bis immer mehr Fabriken geschlossen werden.
Weil die Chinesen eben billiger produzieren. Die Arbeitslosigkeit ist heute überall im Lande hoch. Wo soll man da noch hin? Es gibt kein zweites Sao Paulo. Also bleiben die Menschen hier. Doch die herkamen, haben gewöhnlich kein Geld, enden daher im Slum.
Sao Paulo hat bereits über zweitausend Elendsviertel, pro Woche kommen bis zu acht neue hinzu. Seit drei Jahren gibt es erstmals einen Rückfluss. 2004 strömen etwa 400000 „Nordestinos“ in die Megacity – doch 457000 kehren in ihre Heimat zurück.
Ja, viele hauen wieder ab. Aber wenn sie im Nordosten ankommen und sehen, wie es dort ist, wollen sie erneut nach Sao Paulo. Es ist ein Hin und Her jetzt. Hier landen sie wieder im Slum, sagen, das ist ja furchtbar, eine Kate über der anderen, ein Durcheinander, einer tritt dem anderen auf den Kopf.
Ihre Eltern gingen rasch zurück nach Fortaleza, hielten das hässliche Betonmeer Sao Paulos, Stress, Anspannung und Gewalt ni</itunes:summary>
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		<title>Morones por la tarde – Radiosendung f&#252;r illegale Einwanderer</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2007 13:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Oppermann</dc:creator>
		
	<category>USA</category>
	<category>Mexiko</category>
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		<itunes:subtitle>Seit nach dem 11. September die Grenze zwischen den USA und Mexiko immer stärker bewacht wird, steigt die Zahl der illegalen Einwanderer stetig. Wer es ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Seit nach dem 11. September die Grenze zwischen den USA und Mexiko immer stärker bewacht wird, steigt die Zahl der illegalen Einwanderer stetig. Wer es einmal in die USA geschafft hat, bleibt im Land, aus Angst, nach einem Heimatbesuch nicht wieder zurück in die USA zu gelangen und die hohen Schmugglerpreise nicht mehr bezahlen zu können. Die Borderangels, die für illegale Einwanderer in der Grenzregion schon seit 21 Jahren Decken, Wasser und Nahrungsmittel bereitstellen, betreiben seit fünf Jahren einen Radiosender, um die illegale Community mit Informationen zum Überleben in der Illegalität zu versorgen. Der Mittelwellensender ist empfangbar im südkalifornischen San Diego, im mexikanischen Tijuana sowie über das Internet. Silke Oppermann hat das kleine Studio unweit der amerikanisch-mexikanischen Grenze besucht.

Morones por la tarde - Morones am Nachmittag - ist eine Sendung für illegale Einwanderer. Jeden Tag eine Stunde lang spricht der Moderator Enrique Morones mit einem Experten, mit Vertretern der Menschenrechtskommissionen in San Diego und Tijuana, mit einem katholischen Geistlichen oder mit einem Anwalt, der auf Einwanderungsfragen spezialisiert ist. Wie heute. Anwalt, Moderator und Techniker sitzen im gleichen Raum des kleinen Studios. Die Hörer können anrufen und Fragen stellen. Ein Lämpchen blinkt, der Techniker schiebt Moderator Enrique Morones einen Zettel zu. Mario aus Tijuana ist in der Leitung. Marios Bruder hat einen Auswanderungsantrag gestellt. Das war im August. Bisher hat er keine Antwort erhalten, nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Marios Bruder kann einem Schwindler zum Opfer gefallen sein. In Mexiko und den USA gibt es Betrüger, die aus der Verzweiflung der Einwanderer Profit schlagen, die Einwanderer für viel Geld selbst gebastelte Formulare ausfüllen lassen und sich dann aus dem Staub macht. In den letzten Monaten setzten solche Betrüger das Gerücht in die Welt, der amerikanische Kongress habe schon jetzt ein neues Gesetz erlassen, dass die Legalisierung bisheriger Illegaler in den USA ermögliche. Anwalt Edward Orendain:
Wir versuchen, den Leuten klar zu machen: keine der Gesetzesvorlagen ist bisher verabschiedet worden. Achtet auf die Medien, aufs Radio, aufs Fernsehen. Sie werden euch rechtzeitig informieren. Aber im Moment seit einfach vorsichtig bei Leuten, die euer Geld für so etwas jetzt kassieren wollen. Wir wissen nicht, wann das Gesetz verabschiedet wird und wir wissen nicht, was dann die Bedingungen sein werden.
Moderator Enrique Morones ist gleichzeitig der Initiator der Sendung. Vor fünf Jahren traf er - damals Marketingdirektor der Baseballmannschaft San Diego Padres - den erfolgreichen Geschäftsmann Jaime Bonilla, Besitzer von 2 spanischsprachigen Fernsehkanälen und 18 Radiosendern, erinnert sich Enrique Morones. 
Damals wollte ich das Baseballteam, die San Diego Padres, ins spanischsprachige Radio bringen, um den vernachlässigten Markt der Latinofans anzukurbeln. Und der sagte: Mit den Padres habe nichts zu tun, aber ich will, dass du eine Show mit mir machst. In der seit sechs Jahren schwelenden Debatte um die Reform der völlig veralteten Migrationsgesetze tritt Enrique Morones vehement für die Rechte der illegalen Einwanderer ein. Über seine Sendung rief er im vergangenen Winter als Erster zu einem Protestmarsch gegen die Gesetzesvorlage des Repräsentantenhauses auf. Einen ganzen Monat lang fuhren die Protestierenden mit 111 Fahrzeugen an der Grenze entlang. Als wir zurückkamen, merkten wir, dass eine Massenbewegung eingesetzt hatte. Fünf Millionen Menschen überall im Land gingen auf die Straßen.
Während sich die Behörden nie in sein vielfältiges Engagement einmischen, hat Enrique Morones von militanten Einwanderungsgegnern schon mehrfach Todesdrohungen erhalten. Doch das hindert ihn nicht daran, seine Meinung zur Situation der Migranten in den USA zu äußern.Morones por la tarde ist im Internet empfangbar auf www.latremenda1030AM.com</itunes:summary>
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		<title>Von der Wolga nach Usbekistan</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2007 13:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Bensmann</dc:creator>
		
	<category>Deutschland</category>
	<category>Uzbekistan</category>
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		<itunes:subtitle>Die deutschstämmige Jekatarina Rak wurde 1923 an der Wolga geboren, dann unter Stalin in die Arbeitsarmee zwangsrekrutiert und nach Zentralasien, nach Usbekistan deportiert. Viele Wolgadeutsche ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Die deutschstämmige Jekatarina Rak wurde 1923 an der Wolga geboren, dann unter Stalin in die Arbeitsarmee zwangsrekrutiert und nach Zentralasien, nach Usbekistan deportiert. Viele Wolgadeutsche starben oder wurden in Lager gesteckt und mussten Zwangsarbeit leisten. Jekatarina hat 60 Jahre in Usbekistan gelebt. Eine Wahl gab es für sie nicht. Gearbeitet hat sie ihre ganzes Leben, zwei Töchter groß gezogen. Heute bleibt ihr eine Rente von 600 So’m, das sind umgerechnet gerade mal 15 Dollar. Jekatarina Rak hat sich die deutsche Sprache bewahrt, manchmal stockt sie und sucht nach dem richtigen Wort. Deutschland, die Heimat ihrer Vorfahren, würde sie gern noch einmal besuchen:
Ich bin ja jetzt schon alt. Ich möchte als Gast nach Deutschland, unbedingt. Unbedingt will ich fahren. Mein Mann war auch ein deutscher Mensch. Ich habe einen guten Mann gehabt, ohne Eltern, auch wie ich. Wir haben 48 Jahre miteinander gelebt. Im 95. Jahrgang ist er gestorben. 73 Jahre war er alt.
Zehn Jahre lebte sie alleine, kümmerte sich um Haus und Hof. Als es zu beschwerlich wurde, holte ihre Tochter Maria sie nach Kirgistan. In der Hauptstadt Bischkek leben Maria und Jektarinas Enkelin. Das Leben in ihrer „Zwangsheimat“ Usbekistan vermisst die heute 83-jährige Jektarina Rak nicht:
Ich bin arg zufrieden, dass ich nach Kirgistan gefahren bin. Dort konnte ich nicht mehr alleine leben in Usbekistan. Hier habe ich alles. Der Sommer ist arg schön. Das ist alles anders als in Usbekistan. Nehmt meine Adresse und kommt hier zu uns.
Rund 2 Millionen Russlanddeutsche siedelten von 1990 bis 2000 von Kasachstan, Sibirien oder Kirgistan nach Deutschland. Doch die „Russen in Deutschland“ – das wollen Jektarina und ihre Tochter Maria nicht sein. Auch wenn die Lage schlecht ist im Land und Maria Rak trotz ihrer Stelle als Buchhalterin bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wenig verdient, gerade mal so über die Runden kommt:
Das ist natürlich richtig, dass unsere soziale Situation im Lande schwierig ist und der Arbeitslohn bei der Mehrheit der Bevölkerung sehr gering ist. Und die medizinische Versorgung ist schlecht. Aber einfach zu euch zu fahren, nur weil der Lebensstandart höher ist und als Zugehfrau zu arbeiten, dass will ich nicht. Perspektiven für die Kinder  gibt es keine, aber wir hoffen, dass sich die Lage verbessert. Aber aus dem Grunde wegzugehen, dass man bei euch Sozialhilfe bezieht oder eine Wohnung bekommt, das habe ich hier schon, und deshalb das Land verlassen, das werde ich nicht.
Maria Rak hat ihre Muttersprache verlernt. Als Deutsche wurden sie in der Sowjetunion benachteiligt. Deutsch zu sprechen war viele Jahre lang verboten. Denn im Zweiten Weltkrieg wurden Russlanddeutsche unter Generalverdacht gestellt und der Kollaboration mit Hitler-Deutschland beschuldigt. Erst im Jahre 1964 wurden sie offiziell von diesem Vorwurf freigesprochen. Dennoch: Die alte Sowjetunion war für Maria Rak Zuhause, trotz allem. Heute ist es Kirgistan. Und Deutschland?
Ich habe Deutsch gesprochen, aber das ist leider eingerostet in der Zeit, als es nicht ratsam war zu sagen, dass man Deutscher war. In unseren Schulen gab es damals keinen Deutschunterricht. So habe ich die Sprache vergessen, und jetzt – ich bitte um Verzeihung – bin ich schlicht zu faul, es wieder zu lernen.  Wenn ich müsste, würde ich es lernen. Aber in meiner Umgebung sprechen alle Russisch und ich muss jetzt Kirgisisch lernen. Aber meine Enkelin, sie ist jetzt fünf Jahre alt, lernt die deutsche Sprache. Sie wird also Deutsch sprechen.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Deutschland, Uzbekistan, Kirgistan</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Die philippinische Arbeitsmigrantin Mera Gocotano</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 14:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kruchem</dc:creator>
		
	<category>Philippinen</category>
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		<itunes:subtitle>Davao auf der südphilippinischen Insel Mindanao. An einer kleinen Grundschule besucht Mera Gocotano die Klasse, die sie bis vor einem Jahr unterrichtet hat.

"Drei Jahre habe ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Davao auf der südphilippinischen Insel Mindanao. An einer kleinen Grundschule besucht Mera Gocotano die Klasse, die sie bis vor einem Jahr unterrichtet hat.

"Drei Jahre habe ich an dieser Schule gearbeitet und war glücklich dort. Dann aber wuchsen mir die Kosten für Essen, Strom und die Schulausbildung meiner Schwester über den Kopf. Es wurde einfach alles so teuer."

Nicht einmal 5.300 Pesos, 80 Euro, verdiente Mera als Lehrerin. Schweren Herzens kündigte sie deshalb Ende 2005 und trug ihre Ersparnisse von 1.200 Euro zu einer Agentur, die Jobs im Ausland vermittelt.


 – Rund zehn Millionen Filipinas und Filipinos arbeiten, wie Mera, heute im Ausland, berichtet Professor Jorge Sibal, Wirtschaftswissenschaftler in Manila. Gut ausgebildet, verrichten viele in Hongkong, Dubai oder Südkorea Hilfsarbeiten, weil ihnen ihr Land keinen akzeptablen Job bietet.
Qualifizierte Arbeitskräfte, wie wir sie besitzen, verkörpern den entscheidenden Wettbewerbsvorteil einer Volkswirtschaft im globalen Wettbewerb. Da ist es schon eine Tragödie, dass unsere Volkswirtschaft zu wenig entwickelt ist, diese Arbeitskräfte zu absorbieren. Wirtschaft und Politik bei uns werden leider von konservativen Eliten beherrscht, die systematisch einen freien, den Fortschritt beflügelnden Wettbewerb behindern.
Die Philippinen, in den 60er Jahren zweite Wirtschaftsmacht Asiens, haben den Zug in die Moderne verpasst. Ihre Wirtschaft, kontrolliert von 60 Familien, besteht bis heute vor allem aus Landwirtschaft und international drittrangiger Industrie, die Kleider näht und elektronische Geräte zusammensetzt. 60 Prozent der Bevölkerung verharren in absoluter Armut, darunter viele Gebildete – wie die 23-jährige Lehrerin Mera Gocotano, die einen Job in Hongkong fand, als Haushaltshilfe. Für 400 Dollar monatlich putzte sie im Haus einer reichen Familie; ihr Bett war das Sofa im Wohnzimmer.
Ich fragte bei der Agentur nach, warum ich auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen musste – obwohl mir doch, laut Vertrag, ein eigenes Zimmer zustand. Meine Arbeitgeberin verlangte daraufhin eine schriftliche Bestätigung von mir, dass ich von mir aus auf dem Sofa schlafen wollte – wogegen ich im Prinzip auch nichts hatte. Nur war da im Wohnzimmer eine direkt auf das Sofa gerichtete Videokamera, die sie auf keinen Fall abmontieren wollte. Deshalb unterschrieb ich die Erklärung nicht, woraufhin meine Arbeitgeberin mich fristlos feuerte.
Nach gerade einem halben Jahr stand die junge Gastarbeiterin auf der Straße. Die Deportation drohte; doch Mera wehrte sich weiter.
Meine Arbeitgeberin wollte mir nicht einmal das Ticket für den Heimflug bezahlen, sondern versuchte, mich mit 777 Hongkong-Dollars abzuspeisen. Als ich mich weigerte, dies Geld anzunehmen und dafür eine Quittung zu unterschreiben, rief sie die Polizei. – „Muss ich die Quittung unterschreiben?“ fragte ich die Polizisten. „Nein“, antworteten die und ließen mich gehen. Noch am selben Tag verklagte ich meine Chefin vor dem Arbeitsgericht und setzte in einem Schnellverfahren alle meine Ansprüche durch.
Nach einigen Monaten daheim geht Mera Gocotano, trotz ihrer schlechten Erfahrungen, demnächst wieder ins Ausland – aus dem immer gleichen Grund, der fast alle Arbeitsmigranten, in Bangladesh wie auf den Philippinen, in die Fremde treibt.
Ich habe all das auf mich genommen, um meiner Familie zu helfen und, wenn möglich, irgendwann weiter studieren zu können. Deshalb gehe ich auch nach Hongkong zurück. Ich habe dort bereits einen neuen Vertrag unterschrieben.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Philippinen</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Die Sklaven von der Costa del Plastico</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2007 11:53:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Koch</dc:creator>
		
	<category>Spanien</category>
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		<itunes:subtitle>Die Kleinbusse kommen im Morgengrauen. Sie halten an, ein kurzer Wortwechsel, einsteigen, und dann geht es ans Meer. Allerdings nicht an das aus Wasser. Dieses ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Die Kleinbusse kommen im Morgengrauen. Sie halten an, ein kurzer Wortwechsel, einsteigen, und dann geht es ans Meer. Allerdings nicht an das aus Wasser. Dieses Meer hier in der südostspanischen Provinz Almería ist 350 Quadratkilometer groß, glitzert in der aufgehenden Sonne und schlägt um diese Tageszeit noch sanfte Wellen. Aber es ist aus Plastik – schmutzig-weiße Planen, die zwischen den Dörfern gespannt sind und manchmal bis an die Häuser reichen.

Hier, an der Costa del Plástico, an der Plastikküste, laden die Kleinbusse ihre menschliche Ladung ab: Tagelöhner, die in den nächsten 16 Stunden für ein paar Euro auf diesen Plantagen schuften werden.
Die meisten sind Einwanderer aus Schwarzafrika oder Marokko, wie Reduan:
Du stehst vom frühen Morgen bis zum Nachmittag gebückt unter den Plastikplanen, die Temperaturen steigen bis auf 45 Grad, du schwitzt – es ist die reinste Sklavenarbeit.
Sie sind Zehntausende, viele von ihnen ohne Papiere. Die Plackerei auf der Plantage ist die einzige Möglichkeit, an Geld zu kommen. Zwar ist es verboten, Leute ohne Papiere anzustellen, aber im schnellen Tagelöhnergeschäft wird da nicht so drauf geachtet, und die Kontrolleure kommen kaum nach. Hier unter dem Plastik muss es schnell gehen: 5 Ernten im Jahr, 3 Millionen Tonnen Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren – aus diesem sogenannten "Garten Europas" kommen 80 Prozent des spanischen Obst- und Gemüse-Exports.
Wobei es immer die besten Produkte sind, die von 40-Tonnern nach Deutschland, Belgien oder Frankreich gekarrt werden, erklärt José Maria Mugica von der Verbraucherschutz-Organisation OCU:
An die Exportware werden höhere Ansprüche gestellt als an die Produkte, die auf den heimischen Markt kommen. Die besten und ansehnlichsten Produkte werden für den Export verwendet.
Damit in den Discountern und Supermärkten Europas das ganze Jahr über Obst und Gemüse taufrisch und natürlich auch noch günstig in den Regalen liegen, werden in Südspanien Boden und Menschen bis zum letzten strapaziert. Regen gibt es in Almería so gut wie nicht, also muss künstlich bewässert werden. 4 Fünftel des Wasserverbrauchs schluckt die intensive Landwirtschaft.

Und damit die Produkte auch wie aus dem Hochglanzkatalog am Bestimmungsort ankommen, helfen die Landwirte ein bisschen nach – mit bis zu 40 Kilogramm Pestiziden pro Hektar, die die Tagelöhner auf den Plantagen versprühen müssen. Und natürlich auch einatmen, sagt der Marokkaner Reduan:
Die meisten Kollegen hier haben Probleme mit der Lunge. So was hältst du nicht länger als ein Jahr aus, allerhöchstens zwei. Wer sich keine andere Arbeit sucht, landet irgendwann zwangsläufig im Krankenhaus.
Was da so an Chemie auf die Tomaten, Gurken und Paprika regnet, ist nicht wirklich gesund – und in manchen Ländern der Europäischen Union sogar verboten. Einheitliche Standards gibt es nicht, klagt Verbraucherschützer José Maria Mugica:
Wenn man eine Substanz in Deutschland wegen Gesundheitsgefährdung nicht benutzen darf – dann muss diese Gefährdung doch auch in Belgien, Italien oder Spanien bestehen.
Zumindest um die Gesundheit der Tagelöhner kümmert sich kaum einer. Die Plantagen haben Almería vom Armenhaus zur reichsten Provinz Spaniens gemacht – die Erntehelfer merken davon nichts. Sie leben in Slums an den Rändern der Dörfer, es gibt kein Trinkwasser und keinen Strom, dafür aber immer wieder Zusammenstöße mit den Einheimischen: Vor 7 Jahren war die Kleinstadt El Ejido in die Schlagzeilen gekommen: Nachdem ein geisteskranker Marokkaner eine Spanierin umgebracht hatte, gab es tagelange rassistische Ausschreitungen.

Das Zusammenleben funktioniert bis heute nicht besonders gut – aber die Helfer auf den Plantagen werden gebraucht. Nachdem es mit den Marokkanern immer öfter Probleme gegeben hatte, haben die Landwirte in den letzten Jahren Saisonarbeiter aus Osteuropa angeworben.Die finden allerdings inzwischen bei sich zu Hause besser bezahl</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Spanien</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Assimilation und Integration - ein somalischst&#228;mmiger Brite</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2007 09:37:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Filiz Kuekrekol</dc:creator>
		
	<category>Grossbritannien</category>
	<category>Somalia</category>
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		<itunes:subtitle>Völkermord, Verfolgung, Hunger, nur ein paar Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat,  ihr Zuhause verlassen. Flüchtlinge lassen nicht nur  ihre Familien zurück. Oft genug ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Völkermord, Verfolgung, Hunger, nur ein paar Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat,  ihr Zuhause verlassen. Flüchtlinge lassen nicht nur  ihre Familien zurück. Oft genug auch ihre Kultur und ihren Status. So erging es der Familie von Mohamed Maigag. Sein Vater, ein Journalist,  musste Ende der 70er Jahre Somalia Hals über Kopf verlassen. Siad Barre hatte die Macht übernommen. Es wurde schwer für Regimekritiker. Zuerst flüchteten sie nach Saudi Arabien, einige Jahre später ging es nach London. Dort fand die Flüchtlingsfamilie eine neue Heimat. Heute setzt sich der Sohn somalischer Flüchtlinge für die bessere Integration von Migranten und Flüchtlingen ein. Ein Bericht von Filiz Kükrekol.


Das Haringey Somali Centre. Hier bekommt die somalische Bevölkerung Nordlondons Hilfe in Alltagsfragen. Was genau schreibt der Arzt, wie bekomme ich eine neue Wohnung, wie kommt diese Rechnung zustande? Ohne die Hilfestellung der Sozialberater könnten hier viele den Alltag nicht bewältigen.  Mohamed Maigag leitet die Beratungsstelle. Er war 17 Jahre alt, als er mit seinen Eltern und seinen Geschwistern 1985 in London ankam.
Dieses Land hat mir so viel gegeben. Wir wurden außerordentlich freundlich empfangen damals. Damals war das noch anders hier. Wir haben ein Haus gestellt bekommen, ich durfte aufs College, wir haben Unterstützung bekommen. Es war wirklich großartig, etwas wofür ich immer dankbar sein werde.
Als die Familie in London ankam, hatte sie nur dabei, was sie tragen konnte. Über Saudi Arabien waren sie aus Somalia geflohen. Dort herrschte das Siad Barre Regime. In Somalia, hätte Vater Maigag, einem Regimekritischen Journalisten, die Todesstrafe gedroht. Der Vater hatte zuvor in England studiert. Also war klar, dieses Land wird die neue Heimat der Familie. Das Asylverfahren dauerte vier Jahre. Heute sind sie alle britische Staatsbürger. Der Vater fand eine Anstellung.  Schließlich bezahlte der Staat Mohamed Maigag das Studium.

England sagt er, habe ihm eine Zukunft gegeben. Gleichzeitig möchte Maigag seine Vergangenheit nicht vergessen. Und deshalb unterscheidet er ganz genau zwischen Integration und Assimilation
Ich denke Assimiliation geht davon aus, dass jemand, der sein Land verlässt zuvor kein Leben hatte. Dass Flüchtlinge, Migranten, zuvor keine Werte, keine Kultur, keine Religion, ja sogar keine Persönlichkeit hatten. Assimilation meint, das Menschen in dem neuen Land eine Neue Persönlichkeit annehmen müssten. Neue Werte eine neue Kultur. Es ist richtig, das Gute aus einer anderen Kultur anzunehmen. Und deshalb bin ich entschieden für Integration. Denn das bedeutet das man das Beste aus der neuen Kultur übernehmen und gleichzeitig die eigene Identität wahren kann. Das ist für mich Integration. Es ist ein Geben und Nehmen. Es ist Austausch!
Maigag beklagt, der Austausch komme nicht Zustande. Die einheimische Seite hätte kein Interesse, und die Einwanderer würden noch zu stark an ihrer Heimat hängen. Würden stets daran denken zurückzukehren. Und genau das verursache künstliche Barrieren.

Gleichzeitig kritisiert er gutgemeinte Aktionen der Regierung.  Von ihr fordert er nicht weniger als er von Flüchtlingen und Migranten fordert.
Seit dem 11. September und dem 7. Juli in England ist viel über Vielfalt, Multikulturalismus, getrennte Schulen und den Niqab also den Gesichtsschleier gesprochen worden. Kürzlich habe ich sogar in den Nachrichten gehört, dass nun Geld für Übersetzungsdienste bereitgestellt werden soll. Die Menschen leben hier. Warum sollten wir das Geld in solche Dienste investieren? Sie sollen Englisch Lernen und sich damit abfinden.
Integration, so der 40-jährige Sozialberater, sei nur möglich, wenn beide Seiten es wollten. Die Neue Heimat als solche akzeptieren, das verlangt er von den Migranten. Von der einheimischen Bevölkerung wünscht er sich, dass sie die Hintergründe für Flucht und Migration verstehen. Das sagt Mohamed Maigag, sei schon ein gute</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Grossbritannien, Somalia</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Die weltweite Migration aus der Vogelperspektive - Brunson McKinley im Interview</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2007 10:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Paal</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Schweiz</category>
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		<itunes:subtitle>Die im schweizerischen Genf ansässige Internationale Organisation für Migration (IOM) ist die einzige offizielle, global operierende internationale Organisation, die sich um Migrationsangelegenheiten kümmert. Die 1951 ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Die im schweizerischen Genf ansässige Internationale Organisation für Migration (IOM) ist die einzige offizielle, global operierende internationale Organisation, die sich um Migrationsangelegenheiten kümmert. Die 1951 gegründete Organisation setzt sich vor allem dafür ein, dass Migranten durch vernünftige Zusammenarbeit zwischen der IOM und den verschiedenen Ländern ordnungsgemäß in andere Länder umgesiedelt werden können. Gábor Paál hat den Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, Brunson McKinley, interviewt.



Sie sprechen gern vom „bigger picture“ – vom großen Bild der Migrationsbewegungen auf dem Globus. Wenn wir dieses Bild betrachten, wie hat es sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt?  
Es gab eine große Expansion gerade in den letzten Jahren. Ich würde sagen, der Fall der Berliner Mauer und das Ende des kalten Krieges war ein Wendepunkt. Vorher war die Welt stärker verriegelt. Und die Zahl der Länder, die viel mit Migration zu tun hatten, war nicht sehr groß. Heute spielt jedes Land seine Rolle im globalen Migrationsfluss. Manchmal liegen die Ursachen in einem Bürgerkrieg oder Naturkatastrophen, mit anderen Worten, in unfreiwilligen Bewegungen aufgrund humanitärer Notlagen. Aber gleichzeitig wächst die Migration von Menschen, die einen Job suchen, die ihre wirtschaftliche Lage verbessern wollen. Das Problem ist, dass die Gesetze und Regulierungen nicht Schritt gehalten haben mit den Mobilitäts-Wünschen der Menschen. Mit dem Ergebnis, dass es viel Frustration gibt bei den Menschen, die die internationalen Grenzen nicht überschreiten können, um den Job zu bekommen, den sie gerne haben wollen.

Und dann geraten sie in die Hände von Schleusern und Menschenschmugglern. Das ist ein Problem. Viele machen die Reise trotzdem, lassen sich in reicheren Länder nieder oder auch in Nachbarländern – es gibt auch eine große Süd-Süd-Migration. Aber sie leben in einem irregulären Status: Sie haben kein Visum, keine Arbeitserlaubnis, keine Aufenthaltserlaubnis. Aber sie sind da, illegal, haben einen Job, der dem Land, in dem sie leben, und der Gesellschaft nützt. Und doch ist offiziell nicht vorgesehen, dass sie da sind.
Wenn die Gesetze und die Politik nicht Schritt gehalten haben mit dieser Entwicklung, was muss sich dann ändern?
Da gibt es unterschiedliche Denkschulen. Die einzelnen Regierungen gehen damit unterschiedlich um. Und dabei spielen natürlich immer auch politische Überlegungen eine Rolle. Das ist bei Ihnen in Deutschland genauso wie in meinem Heimatland, den USA, wie überhaupt in allen 192 Staaten. Wenn man über Einwanderung spricht, erhitzt sich das politische Klima. Einige Länder haben ihre Grenzen geöffnet, faktisch oder zumindest juristisch. Andere dagegen versuchen, die Zahl der Einwanderer strikt zu begrenzen. Einige Regierungen haben einen eher multi-kulturellen Kurs eingeschlagen – vor allem solche Länder, die viel Platz haben und in denen die Aufnahme von Fremden eine lange Tradition hat. Andere sind dafür noch nicht bereit und wollen mehr Kontrolle ausüben, sorgen sich um ihre nationale Identität und sind strenger. Und manche Regierungen suchen befristete Lösungen. Sie lassen Leute herein – weil sie sie brauchen, weil die Arbeit da ist – aber sie wollen nicht den sozialen Wandel, den die Neuankömmlinge mit sich bringen. Dort entstehen Modelle von befristeten Arbeitsmöglichkeiten. Das passiert in den Golfstaaten, im Fernen Osten – Singapur, Südkorea, Japan – die fahren eine solche Politik. Theoretisch geschieht das auch in anderen Ländern, wo Visa auf der Basis von konkreten Jobs erteilt werden. Und doch kommen viele auch anders ins Land. Sie kommen mit einem Touristenvisum und bleiben, oder sie kommen als Studenten und kehren nicht zurück. Oder sie heiraten und nehmen die Staatsbürgerschaft an. Oder sie überschreiten die Grenzen illegal. Auch das geschieht vielfach.
Es gibt viele Arten, auf das Phänomen</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Allgemein, Schweiz</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Anette Hoffmann packt ihre Koffer und geht nach Kapstadt</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2007 08:23:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nina Gruntkowski</dc:creator>
		
	<category>Deutschland</category>
	<category>Suedafrika</category>
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		<itunes:subtitle>Die deutsche Kulturwissenschaftlerin Anette Hoffmann, 41, zieht es immer wieder ins Ausland. In Deutschland bekam die allein erziehende Mutter nach dem Abschluss ihres Studiums immer ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Die deutsche Kulturwissenschaftlerin Anette Hoffmann, 41, packt ihre Koffer, um in Kapstadt ein neues Leben zu beginnen.</itunes:summary>
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		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Waln&#252;sse in Tasmanien</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 12:47:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas Asendorpf</dc:creator>
		
	<category>Australien</category>
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		<itunes:subtitle>Eine Country-Band auf der jährlichen Ausstellung für Kunsthandwerk in Deloraine, Tasmanien. Kaum ein Ort auf der Erde ist weiter von Deutschland entfernt als die Insel ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Holger, lebt seit 41 Jahren in Tasmanien. 1965 sah der damals 43jährige DDR-Flüchtling im Westen keine Zukunft mehr für sich. Als er ein Plakat sah "Australien sucht Einwanderer", macht er sich auf die Reise.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Australien</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Keine Zukunft f&#252;r Bandenmitglieder - Miriam Cabesas erz&#228;hlt</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2007 15:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Boueke</dc:creator>
		
	<category>El Salvador</category>
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		<itunes:subtitle>Miriam Cabesas ist erst 24 Jahre alt, aber schon Witwe. Sie hat einen Stapel Zeitungsartikel aufbewahrt, in denen über das Gefängnismassaker von Mariona am 18. ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Miriam Cabesas ist erst 24 Jahre alt, aber schon Witwe. Der Verlust ihres Lebenspartners war für Miriam eine der schlimmsten Erfahrungen in einem von Gewalt geprägten Leben. In El Salvador sieht sie für sich keine Zukunft mehr. Sie will in die USA ausreisen. Ein Bericht von Andreas Boueke.
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		<itunes:keywords>El Salvador</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Die kenianische Wissenschaftlerin Thuweba Diwani sucht ihr Gl&#252;ck in Deutschland</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 12:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nina Gruntkowski</dc:creator>
		
	<category>Deutschland</category>
	<category>Kenia</category>
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		<itunes:subtitle>Thuweba Diwani, 34, ist in Mombasa geboren und in Kenia und Tansania aufgewachsen. In Nairobi hat sie Gartenbau studiert und danach zwei Jahre in einem ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Thuweba Diwani, 34, ist in Mombasa geboren und in Kenia und Tansania aufgewachsen. In Nairobi hat sie Gartenbau studiert und danach zwei Jahre in einem Schnittblumenbetrieb gearbeitet. Vor acht Jahren führte die Neugier auf fremde Länder sie nach Deutschland, wo sie in Bonn ein Aufbaustudium machte und nun ihre Doktorarbeit schreibt.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Deutschland, Kenia</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Die Mennoniten - deutsche Migranten in Paraguay</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2007 09:33:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gaby Weber</dc:creator>
		
	<category>Paraguay</category>
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		<itunes:subtitle>Im Chaco lebten, seit Anfang des letzten Jahrhunderts, die Mennoniten viele Jahre in völliger Abgeschiedenheit, alleine, mit einigen Indianern. Lange bildeten sie einen „Staat im ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Seit Anfang des letzten Jahrhunderts lebten die Mennoniten viele Jahre in völliger Abgeschiedenheit. Lange bildeten sie einen „Staat im Staate", mit eigener Verwaltung und eigenen Gesetzen. Gaby Weber berichtet über die deutschstämmigen Migranten in Paraguay.</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Paraguay</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Migration und Bandenkriminalit&#228;t - Brian Truchon, FBI-Zentrale in Washington DC</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2007 12:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Boueke</dc:creator>
		
	<category>USA</category>
	<category>El Salvador</category>
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		<itunes:subtitle>Als freier Journalist in Mittelamerika ist das Thema Jugendbanden und insbesondere die Bande „Mara Salvatrucha“ immer wieder ein Element meiner Recherchen. Ursprünglich wurde die Mara ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Als freier Journalist in Mittelamerika ist das Thema Jugendbanden und insbesondere die Bande „Mara Salvatrucha“ immer wieder ein Element meiner Recherchen. Ursprünglich wurde die Mara Salvatrucha in Los Angeles, Kalifornien, gegründet von Flüchtlingen aus dem mittelamerikanischen Land El Salvador. Ein Element der zunehmend restriktiven Einwanderungspolitik der USA ist es, straffällig gewordene Migranten in ihre Herkunftsländer abzuschieben, auch wenn sie diese Länder schon als Kleinkinder verlassen haben. Ein Ergebnis solcher Deportationen ist es, dass die Mara Salvatrucha sich über mehrere Länder Mittelamerikas hinweg ausgebreitet hat. So ist sie zu einer der wenigen transnationalen Jugendbanden geworden. Dieses Phänomen bekommt auch in den USA besondere Aufmerksamkeit. Das FBI hat sogar eine eigene Sonderkommission, die „MS-13 task force“, eingerichtet.
In einem Telefoninterview habe ich mit dem Direktor der Sonderkommission, Brian Truchon, über die Wanderbewegungen von jungen Bandenmitgliedern zwischen Nord- und Mittelamerika gesprochen.
Hallo, hier ist Brian, Brian Truchon. Ich bin der Direktor der FBI Sonderkommission zu MS-thirteen, die Mara Salvatrucha.
 

Die Mara Salvatrucha ist eine zentralamerikanische Jugendbande, die mit anderen Banden rivalisiert. Wie kam es dazu?                 

 
Historisch betrachtet wurde die Mara Salvatrucha in Los Angeles gegründet. Die ersten Mitglieder der Gruppe hatten Probleme mit anderen Banden, die schon in dem Gebiet um Los Angeles existierten, insbesondere die mexikanische Mafia. Im Laufe der Jahre gab es viele Kämpfe in dem Gebiet um Los Angeles zwischen den sich bekriegenden Fraktionen. Letztendlich kam es zu einem Punkt, an dem sich alle geeinigt haben, in einer Art Feuerpause, dass die Mara Salvatrucha in diesem Gebiet existieren und operieren darf.
 

Welche Bedeutung hat die Mara Salvatrucha für die US-amerikanische Bundesbehörde der Strafverfolgung, FBI?                
Aus der Sicht des FBI haben wir einen deutlichen Fokus auf die Aktivitäten der Mara Salvatrucha in den Vereinigten Staaten, weil dies eine außergewöhnliche Bande ist. Historisch gesehen gibt es natürlich zahlreiche Banden, die innerhalb der USA operieren. Von den Gesetzeshütern wird schon seit vielen Jahren fokussiert zu diesem Thema gearbeitet. Das außergewöhnliche der Mara Salvatrucha ist, dass sie auch im Ausland existiert, in El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko. Es gibt zweifelsfrei Bewegungen der Bandenmitglieder über die Grenzen hinweg. So haben wir es hier nicht mit einer Gruppe zu tun, die nur in den USA präsent ist, sondern es handelt sich um eine Gruppe mit einer transnationalen Natur. Sie hat die Fähigkeit, Grenzen zu überqueren und in verschiedenen Ländern zu existieren. Für uns ist das problematisch, denn in bestimmten Situationen verhaften wir bestimmte Mitglieder, die letztendlich womöglich abgeschoben werden oder freiwillig einen Ortswechsel vornehmen. Doch sobald sie zum Beispiel in El Salvador sind, finden sie dort eine starke Struktur, die es ihnen erlaubt, nicht nur in jenen Ländern zu operieren, sondern auch innerhalb der USA. Dazu kommt das Thema der Kommunikation von dort nach hier und umgekehrt, genauso wie die Bewegungen der Personen. Es ist also nicht nur ein Problem der USA, sondern es ist ein Problem, das auch andere Länder betrifft. Deshalb schenken wir ihm diese besondere Aufmerksamkeit.
 

Würden Sie die Mara Salvatrucha als eine internationale Bande des organisierten Verbrechens bezeichnen?                
Einige Jahre lang gab es einen besonderen investigativen Fokus, um eine spezifische, hierarchische Organisation zu entdecken. Doch solch eine traditionelle Sichtweise bringt Probleme mit sich. Wir haben geschaut, ob es einen Boss gibt, ob der zwei weitere unter sich hat und die wiederum drei weitere, wie bei einer Organisation, die pyramidenähnlich strukturier</itunes:summary>
		<itunes:keywords>USA, El Salvador</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Mennoniten in Rio Verde</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Feb 2007 12:20:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gaby Weber</dc:creator>
		
	<category>Paraguay</category>
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		<itunes:subtitle>Nach Paraguay sind die Mennoniten in verschiedenen Einwanderungswellen gekommen. Da sind einmal die, die nach dem ersten Weltkrieg aus Kanada kamen. Dann kamen in den ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Nach Paraguay sind die Mennoniten in mehreren Einwanderungswellen gekommen. Heute leben dort etwa 30.000 Mennoniten, die Hälfte im Westteil, im Chaco. Sie sind relativ weltoffen, sprechen mehrere Sprachen, schicken ihre Kinder zum Studieren ins Ausland. Nur noch in wenigen Siedlungen, im Ostteil, lebt man bibeltreu. Zum Beispiel in Rio Verde</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Paraguay</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Jean Berchmans Nikoyagize</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Feb 2007 16:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabor Paal</dc:creator>
		
	<category>Deutschland</category>
	<category>Burundi</category>
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		<itunes:subtitle>Am 18. April 2005 habe ich mein Heimatland Burundi endgültig verlassen aufgrund politischer und ethnischer Probleme.
Ich habe Jean Berchmans Nikoyagize Ende des Jahres 2006 getroffen, ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Am 18. April 2005 habe ich mein Heimatland Burundi endgültig verlassen aufgrund politischer und ethnischer Probleme.
Ich habe Jean Berchmans Nikoyagize Ende des Jahres 2006 getroffen, im Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge in Düsseldorf. Er wirkt verstört. Er ist geflohen, weil er in seiner afrikanischen Heimat aufgrund seiner ethnischen Herkunft keine Zukunft mehr sah. In seiner Heimat Burundi kommt es auf den ethnischen Stempel an, darauf, ob man Hutu ist oder Tutsi?  Äußerlich unterscheiden sich beide Volksgruppen nur unwesentlich. Und das machte es für Jean besonders schwierig.
Ich bin eine Mischung aus Hutu und Tutsi. Das erste Mal habe ich Burundi verlassen, weil ich keine Frau finden konnte. Wenn ich ein Tutsi-Mädchen kennen gelernt habe, waren ihre Familien gegen eine Hochzeit, weil ich ein Hutu sei. Und bei den Hutu hieß es wiederum, was willst Du von uns? Du lebst doch bei den Tutsi! Ich war in beiden Volksgruppen unterwegs, aber für beide Seiten war ich ein Außenseiter.
Die Tutsi kommen ursprügnlich aus dem äthiopischen Raum. Sie sind einst in die Seenregion gekommen, weil es dort genügend Wasser für ihre Kühe gibt. Während die Hutu schon im Land gelebt hatten. Als Viehhalter sind die Tutsi reicher und deshalb besser ausgebildet. Doch erst mit der Kolonialisierung begann die ethnische Ausgrenzung auch offiziell. Erst kamen die Deutschen, dann die Belgier. Die Belgier haben die Tutsi an ihrer Macht teilhaben lassen, um die Hutu zu beherrschen. Und sie haben eingeführt, dass in den Ausweisen die Volkszugehörigkeit ausdrücklich vermerkt ist. Damit wurde die ethnische Trennung zementiert.   
Meine Mutter ist eine Tutsi und hat auch in eine Tutsi-Familie geheiratet. Doch zum Zeitpunkt der Hochzeit war sie bereits schwanger von einem Hutu, mit dem sie zuvor eine Affäre gehabt hat. Ihr Mann wusste das nicht. Er hat sich nur gewundert über die frühe Geburt. Schließlich kam ich sieben Monate nach der Heirat auf die Welt, also eigentlich zwei Monate zu früh, war aber ein normal entwickelter Säugling, ohne die Anzeichen einer Frühgeburt. Dann wollten ihr Mann und seine Familie natürlich wissen, woher ich komme. Und irgendwie müssen sie von der Affäre meiner Mutter erfahren haben. In Burundi ist es so, wenn eine Frau heiratet, während sie von einem anderen Mann schwanger ist, und dann noch von einem Mann einer anderen Ethnie, dann ist das eine Schande. Deshalb haben sie sie vergiftet. Sie starb, als ich fünf Jahre alt war. Nach dem Tod meiner Mutter wollte der Mann, den ich als mein Vater kannte, mit mir nichts mehr zu tun haben, deshalb bin ich bei meiner Großmutter und meiner Tante aufgewachsen, die wiederum von der katholischen Kirche unterstützt wurden.
Jean hat die Zusammenhänge damals nicht verstanden. Die Wahrheit hat er erst viel später von seiner Tante erfahren. Da studierte er bereits.  
Bis ich es erfahren habe, hatte ich eigentlich keine Probleme. Ich lebte in einem Tutsi-Viertel, meine Freunde waren Tutsi, meine Freundinnen auch. Aber eines Tages hat mir meine Tante gesagt: Du bist ein Hutu. Ich erwiderte:  Meine Mutter ist Tutsi, mein Vater ist Tutsi, wieso soll ich ein Hutu sein? Du bist verrückt. Und dann hat sie mir erklärt, dass der Vater, den ich kannte,  nicht mein biologischer Vater ist.
Damit fingen die Probleme an, denn die Geschichte hat sich in seinem Bekanntenkreis schnell herumgesprochen. Jean erzählt, wie er sich in eine Frau verliebt hat, wie beide heiraten wollten und wie dann die Eltern die Hochzeit abgelehnt haben, weil er der Sohn eines Hutu sei. Er erzählt, wie er dann zunächst in den Kongo ging, dort im Diamantengeschäft gearbeitet hat, schließlich zurück kehrte, und eine Stelle im Erziehungsministerium bekam. Immerhin hat er eine gute Ausbildung genossen, spricht mehrere Sprachen. Doch wird ihm bald klar, dass er keine Chance haben würde, sich weiter zu entwickeln. Vor allem aber wird er nun auch politisch aktiv. Er wird Mitglied in eine</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Deutschland, Burundi</itunes:keywords>
		<itunes:author>SWR</itunes:author>
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		<title>Deutsche und Deutschl&#228;nder in Rio Pardinho</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Feb 2007 12:18:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gaby Weber</dc:creator>
		
	<category>Brasilien</category>
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		<itunes:subtitle>Jeder vierte Südbrasilianer hat deutsche Vorfahren, allein im Bundesstaat Rio Grande do Sul über drei Millionen Menschen. In den Städten nimmt man den deutschen Einfluss ...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Jeder vierte Südbrasilianer hat deutsche Vorfahren, allein im Bundesstaat Rio Grande do Sul über drei Millionen Menschen. In den Städten nimmt man den deutschen Einfluss wenig wahr, nur das Hinterland, Dörfer wie Rio Pequeno und Rio Pardinho, wirkt noch deutsch. Doch die Deutschstämmigen dort wurden Opfer der Globalisierung: Tabakpflanzer, die multinationalen Konzernen ausgeliefert sind. Bauernmädel, die im Akkord Hosen nähen. Die Milch-Kooperative, die von Parmalat verdrängt wird. Und Ackerbauern, von denen die Banken astronomische Zinsen fordern.Volksfest im Süden Brasiliens. Man feiert den Tag der deutschen Einwanderung, das "Ulanenfest", benannt nach einer Reitertruppe der preußischen Kavallerie:


Das heißt Ulanenfest, ein Volksfest von Rio Pardinho, Kreis Santa Cruz, Bundesstaat Rio Grande do Sul, Brasilien. Einmal pro Jahr machen sie so ein Fest, heute ist der 24. Juli, der Tag der Einwanderung, genau 1824, am 25. Juli, sind die ersten deutschen Einwanderer in diesem Bundesstaat angekommen.
Gefeiert wird mit deutscher Ordnung. Den Sturm aufs kalte Buffet eröffnen die Besucher mit der Endnummer Sieben ihrer Eintrittskarte. Brav stellen sie sich, mit Teller und Besteck, vor den Tapeziertischen an, es gibt schwarze Bohnen, Reis und Schweinebraten.
Die Mehrzweckhalle ist spärlich dekoriert, von deutschem Kulturgut wenig zu sehen. Wappen oder Degen der Ulanen fehlen, die Kostüme der Tanzgruppe sind zusammengestückt: keine regionalen Trachten sondern Bundhosen und Dirndl.   
Unser Deutsch fällt schon immer mehr zurück, aber wir machen das möglich, daß wir das noch behalten können. Die Kinder lernen wir das auch. Meine Frau sieht aus wie ne Negerin, aber sie ist keine Negerin, die heißt mit dem Hinternamen Wächter.
Orlando Panke ist auf seine Abstammung stolz. Doch mit Frau und Kind unterhält sich der 51-Jährige in portugiesisch:  
Das ist ein Volk, sind deutscher Abstammung, aber sind schon nicht mehr so eingeführt, wie deutsche Einwanderer einmal waren. Heutzutage, die Lust zum Arbeiten, die ist leider wenig.
Noch leben in der Gemeinde an die zweitausend Deutschstämmige, verstreut über kleine Gehöfte. Viele heißen "Wächter" oder "Panke" und haben seit Generationen Nichten und Neffen geheiratet. Ihre Vorfahren haben den Süden besiedelt und waren wohlhabend geworden. Von diesem Wohlstand ist wenig übrig geblieben.
Die deutschen Einwanderer waren Anfang des 19. Jahrhunderts gekommen. Bis dahin herrschte eine Handvoll feudaler Großgrundbesitzer über afrikanische Sklaven, Indianer und Mestizen. Doch Kaiser Dom Pedro und seine Gemahlin, die Erzherzogin Leopoldine, Tochter des letzten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, riefen deutsche Auswanderungswillige, sagt Hardy Martin vom Museum in Santa Cruz:  
Wie das hier angefangen hat, da gab es hier schon keine wilden Indianer mehr. Die sind rumgezogen, aber die haben die Weißen schon gekannt.
Die Kolonisten blieben unter sich, heirateten unter sich und machten unter sich Geschäfte. Nicht mit den Nachfahren der afrikanischen Sklaven:  
Auf Festlichkeiten, war es nicht, der Schwarze darf nicht hinkommen, bloß Deutsche. Es war nicht ganz. Warum? Weil die Schwarzen einfach keine Kleidung gehabt haben und keine Bildung. Sie konnten nicht mitsingen, sie konnten nichts mitmachen, was die Deutschen gemacht haben. Lieber gehste dann nicht auf den Ball! Sie sind arm. Bleibt mal schön zuhause!
Die Deutschen schufen eigene dörfliche Strukturen. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde nur deutsch gesprochen. Doch nach der Kriegserklärung an das Dritte Reich wurden die deutschen Siedler als Nazi-Verbündete betrachtet, ihre Vereine und Schulen aufgelöst und wer in der Öffentlichkeit deutsch sprach, wurde verhaftet.  
Das war alles deutsch, Tatsch, Lövenhaupt, Schütz, die erste Zigarettenfabrik hier, heute ist es, war es Reemtsma, dann ist es Philip Morris. Da ist nichts übrig geblieben.
Davon hat sich das deutsche </itunes:summary>
		<itunes:keywords>Brasilien</itunes:keywords>
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